1806: Nora und Stefan - Eisenhut Schreinerei AG
Shownotes
Wie entsteht aus einer Idee ein fertiges Möbelstück? Layla und Leonie besuchen die Eisenhut Schreinerei AG in Herisau und sprechen mit Schreinermeister Stefan Eisenhut und der angehenden Schreinerin Nora.
Nora erzählt, warum sie sich für die vierjährige Ausbildung zur Schreinerin EFZ entschieden hat, wie ihr Arbeitsalltag aussieht und was sie seit Beginn ihrer Lehre gelernt hat. Besonders gefällt ihr die Abwechslung zwischen Werkstatt und Montage – und dass sie am Ende des Tages sehen kann, was sie mit den eigenen Händen geschaffen hat.
Stefan zeigt, wie sich das Schreinerhandwerk durch Digitalisierung und moderne Maschinen verändert hat. Kundenwünsche werden heute in 3D geplant. Aus den digitalen Plänen entstehen Materiallisten, Produktionsdaten und direkt die Programme für die CNC-Maschinen. Trotzdem bleibt der Mensch unverzichtbar: Besonders bei der Montage, beim Einpassen vor Ort und bei individuellen Lösungen braucht es weiterhin handwerkliches Können und Erfahrung.
Das Gespräch zeigt einen Beruf zwischen traditionellem Handwerk und moderner Technik. Es geht um Genauigkeit und räumliches Vorstellungsvermögen, um ungewöhnliche Kundenprojekte, die Ausbildung junger Menschen und die Freude daran, etwas herzustellen, das vielleicht jahrzehntelang genutzt wird.
Und am Ende bringt Nora auf den Punkt, was für sie besonders zählt: Wenn die Kundinnen und Kunden Freude am fertigen Möbel haben.
Credits
- Recherche: Layla, Leonie
- Vorbereitung: Benjamin, Schwoegi
- Foto: Caroline
- Aufnahme: Helena
- Optimierung: Schwoegi mit Auphonic
- Schnitt: Schwoegi mit Audacity
- Grafik: Schwoegi mit Photoshop
- Publikation: Schwoegi
- Original Musik: Smooth city living, https://www.purple-planet.com
Transkript anzeigen
Nora: Mir hat auch schon in der Primarschule das Werken immer Spass gemacht.
Nora: Und dann in der Oberstufe habe ich es dann auch als Freifach gewählt.
Nora: Und dann bin ich es halt ein paar Mal geschnuppern und dann hat es mir sehr
Nora: gut gefallen. Und ich arbeite gerne mit den Händen und darum habe ich mich für den Beruf entschieden
Leonie: Hallo zusammen, heute sind wir in der Eisenhut Schreinerei AG in Herisau.
Leonie: Mit mir am Tisch sitzen Nora und Stefan. Hallo zusammen.
Stefan: Hallo.
Leonie: Neben mir sitzt Layla. Für die Technik ist die Zuständigkeit Helena.
Leonie: Und Fotos werden geschossen von Caroline.
Leonie: Wir fragen euch mal in diesem Raum um. So viele Sachen. Was haben ihr selber gemacht?
Stefan: Eigentlich alles. Wir machen eine Art möglichst viel selber und in diesem Raum
Stefan: haben wir fast alles selber gemacht, abgesehen vom Teppichboden.
Stefan: Ja, wir sind hier in unserem Besprechungsraum. Hier haben wir auch ganz viele
Stefan: Muster. Dahinten hat es eine Musterwand, wo ganz viele verschiedene Dekors sind.
Stefan: Dann hat es dort hinten Türenmuster, wo wir unseren Kunden Türen präsentieren
Stefan: können, wo wir verschiedene Typen machen.
Stefan: Dann haben wir auch eine Küche, die sie als Muster haben, aber auch als Küche
Stefan: für unsere Mitarbeiter, am Mittagessen zu Mittagessen, also etwas kochen können.
Stefan: Dann haben wir einen Tisch.
Stefan: Der Tisch ist in diesem Sinne speziell, dass hier eine 150-jährige Eiche ist.
Stefan: Die ist früher nochmals als Pressbalken in einem Weingut in Frankreich gebraucht wurde
Stefan: und hat dann über Umweg den Weg zu uns in den Ausstellungsraum gefunden.
Layla: Wie bist du aufgewachsen, Nora?
Nora: Ich bin in St. Gallen aufgewachsen, mit meiner Familie. Wir gehen gehen und
Nora: klettern. Ich habe ein Haustier, einen Hund und zwei Schwestern.
Leonie: Und du?
Stefan: Ja, ich bin Stefan Eisenhut. Ich habe eine Familie.
Stefan: Das heisst meine Frau Franziska. Meine beiden Söhne Fabrice und Emmanuel.
Stefan: Ich bin hier circa aufgewachsen. Zuerst hier in Erlenbach,
Stefan: nach der Langelen. Ich habe dann die Ausbildung zum Schreiner gemacht in Urnäsch.
Stefan: Ich war dann in diversen anderen Schreinereien, zu schauen, wie das dort funktioniert.
Stefan: Ich habe dann die Meisterprüfung gemacht und habe dann vor 14 Jahren die Schreinerei
Stefan: übernommen und bin seitdem der Chef.
Stefan: Ich habe ganz viele Hobbys. Ich mache sehr gerne Kitesurfen,
Stefan: ich mache sehr gerne Skifahren, gehe viel Biken und Gravelbike fahren,
Stefan: gehe auch viel ins Fitness und spiele nebenbei noch Volleyball.
Stefan: Ich bin sehr viel sportlich unterwegs. Eigentlich jeden Tag muss ich ein bisschen rumrenne.
Stefan: Dann bin ich fasziniert vom Werkstuf Holz, arbeite sehr gerne mit diesem Material
Stefan: und darf mit meiner Schreinerei ganz viele verschiedene Projekte begleiten und
Stefan: habe schon ganz viele schöne Sachen produzieren dürfen.
Layla: Es ging auch gerne in die Schule und war gut in der Schule.
Nora: Ich bin eigentlich schon gerne in die Schule und war gut.
Nora: Es gibt immer Sachen oder Fächer, die mehr Spass machen und weniger Spass machen.
Stefan: Ich bin sehr gerne in die Primarschule und nachher in der Oberstufe war es ein bisschen schwieriger.
Stefan: Da habe ich eine wilde Zeit durchgemacht und mir ist dann auch gut gekommen,
Stefan: dass ich auf Urnäsch in die Lehrere gineg, wo es ein bisschen ländlicher zu
Stefan: und her gegangen ist wie hier in Herisau.
Stefan: Und habe dort ganz viele neue Sachen kennengelernt und auch ganz neue Kollegenkreise aufbauen können.
Layla: Wie kamen Sie da zum Schreinerberuf?
Stefan: Bei mir war es ein bisschen anders. Ich habe mich ganz schwer getan bei der Berufswahl.
Stefan: Ich habe sehr lange nicht gewusst, was ich wollte und habe dann x verschiedene Sachen geschnuppert.
Stefan: Ich war dann auch in der Berufsberatung und am Schluss hat mir die Berufsberatung
Stefan: gesagt, ich soll mal Schreiner schnuppern.
Stefan: Das wollte ich aber noch nicht, weil mein Vater schon Schreiner war und ich
Stefan: dachte, was er macht, möchte ich nicht auch machen.
Stefan: Ich bin dann aber schnuppern und als ich den Beruf so kennengelernt habe,
Stefan: über das Schnuppern in einem anderen Betrieb, hat es sehr viel Spass gemacht
Stefan: und darum bin ich dann auch Schreiner geworden.
Layla: Was bedeutet Projektschreinerei?
Stefan: Projektschreinerei sind wir, weil wir ein Gesamtprojekt mit unserem Kunden begleiten.
Stefan: Das heisst, ein Projekt ist immer etwas Einmaliges, das man spezifisch aufbauen
Stefan: muss. Und wenn ein Kunden zu uns kommt, dann gibt er bei uns ein Projekt.
Stefan: Und da wollen wir ihn rundum begleiten und betreuen bis hin zu den Übergaben.
Layla: Wie entsteht ein Kundenwunsch zu einem fertigen Möbel?
Stefan: Ja, der Kunde rufen uns an oder kommt vorbei oder man trefft sich irgendwo und
Stefan: dann sagt er, er hat noch ein Projekt, er möchte gerne, ob es eine Küche ist
Stefan: oder ein Möbel oder einen Umbau.
Stefan: Dann gehen wir in der Regel bei ihm vorbei, machen dann mal eine erste grobe
Stefan: Massaufnahme, hören zu, was er gerne hat, schauen in welche Richtung das geht
Stefan: und dann gehen unsere Zeichner.
Stefan: Wir haben eine Zeichnerinrichtung in Architektur und eine Zeichnerin in Ausbildung,
Stefan: die die Ausbildung als Innenarchitekturzeichnerin macht. Und dann zeichnen die
Stefan: in der Regel mal einen ersten Vorschlag.
Stefan: Und wenn sie die richtig, richtig geht, dann haben wir aufgrund von dem mal
Stefan: einen ersten Preis aus, also eine Offerte, also eine Preisvorstellung.
Stefan: Und nachher entwickeln wir das mit dem Kunden weiter, bis er eine Art auf der
Stefan: Zeichnung hat, die er gerne hat.
Stefan: Und dann geht es bei uns aus der 3D-Zeichnung aus, eine direkte Produktion.
Stefan: Das heisst, in der 3D-Zeichnung sind alle Daten vorhanden, welches Material
Stefan: das ist, welches Bohrungen das hat, welches Beschläge das eingesetzt werden.
Stefan: Und dann kommt es bei unserer Produktion und am Schluss wird es geliefert und montiert.
Layla: Hat es mal ein ungewöhnliches oder einen besonderen Auftrag gegeben?
Stefan: Ja, ich glaube, wir haben viele spezielle, schöne Aufträge. Etwas,
Stefan: was sicher speziell war, ist der Stuhl von "Usegschuehlet". Den kennen ihr ja
Stefan: alle, der mich auf dem Obstmarkt schaut.
Stefan: Den haben wir, der das erste Mal rausgeschulen war, durften machen.
Stefan: Das ist sicher etwas Spezielles. Aber wir haben jetzt gerade auch aktuell in
Stefan: einem Weinkeller runter eine Küche gemacht, die aussieht wie eine Weinfessel.
Stefan: Das heisst, es stehen dann wie zwei Weinfessel nebeneinander.
Stefan: Die sind einfach grösser als ein normales Weinfass, natürlich,
Stefan: weil eine ganze Küche drin ist.
Stefan: Ja, wir haben auch schon ganz verschiedene farbige Schränke gemacht für Ringier.
Stefan: Das ist der Verlag, der Blick macht, wo wir riesige Mengen an Schrankfronten
Stefan: ganz verschiedenfarbig lackiert haben.
Stefan: Ja, wir machen ganz viele verschiedene spezielle Sachen. Ich denke,
Stefan: das ist auch unsere Stärke. Weil wir alles selber da produzieren,
Stefan: können wir ja ganz spezifisch für Kundenwünsche eingehen.
Leonie: So Nure, jetzt kommen wir zu dir. Wie sieht dein typischer Tag aus?
Nora: Ich komme am Morgen auf die 7 Uhr arbeiten und dann haben wir unten eine Besprechung.
Nora: Und dann sagt der Stefan uns allen, was wir heute machen oder was heute unser Auftrag ist.
Nora: Und je nachdem, wenn ich gerade weiss, was ich mache, dann fange ich an mit diesem Auftrag.
Nora: Bis um 9 Uhr arbeite ich an diesem Auftrag.
Nora: Und dann haben wir eine halbe Stunde Pause und dann mache ich weiter bis am Mittag.
Leonie: Und du, Stefan?
Stefan: Ja, mein typischer Arbeitsalltag geht morgen um 6 Uhr los.
Stefan: Da bin ich in der Regel hier im Betrieb. Dann tue ich vorbereiten und schaue,
Stefan: wer wo, wenn muss ich, wenn Material, wenn wo muss ich, einteile und tue dann
Stefan: noch auf unsere WhatsApp-Gruppe den Wochenplan laden.
Stefan: Und dann tue es noch für mich mit den Mitarbeitern auch um 7 Uhr los.
Stefan: Dann kommen alle zusammen und dann tue ich die Arbeit verteilen.
Stefan: Und dann ist mein Arbeitsalltag ganz verschieden.
Stefan: Dann bin ich jemanden hier, schreibe Offerte, bin jemanden hier im Betrieb,
Stefan: mache Pläne für Produktion, gehe aber auch raus auf die Baustelle schauen,
Stefan: wie der Fortschritt ist und kontrolliere, was die Arbeiter machen.
Stefan: Ich habe dann auch Kontakt mit Kunden, wo ich berate, schauen,
Stefan: wie es aussieht und messen.
Stefan: Und dann habe ich einen ganzen erfüllten Tag und arbeite in der Regel bis zum 6 Uhr Abend.
Leonie: Welche Maschinen darfst du bedienen, Nora?
Nora: Ich darf seit dem Kurs alle Maschinen bedienen.
Nora: Wir haben immer Ü-Krassen, dort lernen wir alles über die Maschine.
Nora: Wenn man diese Kurs abgeschlossen hat, darf man die Maschinen bedienen.
Leonie: Wie ist die Ausbildung aufgebaut?
Nora: Die Ausbildung geht vier Jahre lang. Ich gehe jedes Lehrjahr einen Tag pro Woche in die Schule.
Nora: Und im ersten Lehrjahr hat man viele Ü-Krassen, also drei Ü-Krassen.
Nora: Und das sind immer 1-3 Wochen Kurs am Stück. Die Berufsschule ist in Ceresau
Nora: und das UK-Zentrum ist in Tiefen.
Nora: Die restlichen 4 Tage bin ich im Betrieb, am Mithelfen und am Arbeiten.
Leonie: Was hast du heute, was du zu Beginn nicht konntest?
Nora: Was am Anfang ganz schwierig war, ist Pläne zu lesen. Wissen,
Nora: was auf dem Plan ist und dann umzusetzen. Oder auch einfach das Vorstellungsvermögen,
Nora: wie das am Schluss draussen aussieht, also wie es auf dem Plan gezeichnet worden
Nora: ist. dann kann ich jetzt schon viel besser.
Leonie: Was macht dir am meisten Spass an diesem Job?
Nora: Man macht am meisten Spass, dass es so abwechslungsreich ist.
Nora: Dadurch, dass wir sehr viele verschiedene Projekte machen, ist es eine sehr
Nora: grosse Abwechslung und dass ich am Ende des Tages sehe, was ich gemacht habe.
Leonie: Schaffst du lieber in einer Werkstatt oder auf Montage?
Nora: Ich schaffe lieber in der Werkstatt, aber ich gehe auch sehr gerne auf Montage.
Nora: Ich finde die Abwechslung, die ich auch hier habe, ist eigentlich gerade ziemlich optimal.
Leonie: Hast du eine spezielle oder lustige Geschichte?
Nora: Ich war mal in Tessin und dort durften wir in einer sehr schönen Villa Türen
Nora: einbauen. Und das fand ich schon cool, weil es halt trotzdem ein bisschen Arbeitsweg
Nora: ist. Und dann bist du an einem anderen Ort und du siehst halt auch anders.
Leonie: Und du, Stefan?
Stefan: Ja, das hatten wir schon auch. Vor allem, als ich noch in der Lehrerin war,
Stefan: da hatte ich mit meinen Unterstiften jeder seine eigene Werkzeugkiste.
Stefan: Und dann haben wir, wenn jemand etwas liegen lassen hat und nicht sauber versorgt
Stefan: hat am Abend, und die hat dann nämlich noch die Wärsche draufgekommen,
Stefan: dann hat man die Sachen irgendwo an die Decke geliebt oder man hat es versteckt
Stefan: oder einfach den anderen in Art und so gehandelt.
Stefan: Und wenn wir auch mal hatten, haben wir dann mal so einen Markiersprei gehabt,
Stefan: wo wir auf den Baustellen Sachen markieren können. Und wenn der eigentlich rumgestanden
Stefan: ist, haben wir eine Art immer hinten angeschlichen und dann haben wir hinten
Stefan: aufs Teaschehre durch irgendetwas gesprünstelt.
Stefan: Also eine Auspube-Geschichte haben wir schon auch gemacht. Was wir auch gemacht
Stefan: haben, sollten wir aber heute.
Stefan: Das wollten wir hier schon nicht machen. Wir haben so eine Nagelpistole,
Stefan: die man auf der Baustelle braucht, um eine TV-Nagel oder eine Fermazelle zu
Stefan: machen. Und einmal ist ein Bützer über das Krüste angeschlichen und ich war auf dem Baustell.
Stefan: Und dann hat er uns abgeschossen mit diesen Nägeln. Dann mussten wir sie in
Stefan: die Ecke, in die Hechte, dass wir nicht abgeschossen worden sind von diesen Nägeln.
Stefan: Eine ganz dumme oder lustige Geschichte war es mal.
Stefan: Als ich dann ausgelernt war, habe ich auch mit so einer Nagelpistole gearbeitet.
Stefan: Und dann stand der Mitarbeiter auf der Bockleiter auf der anderen Seite.
Stefan: Und dann habe ich auch hinterher gezogen. Und dann habe ich ihn auch abgeschossen.
Stefan: Und dann ist der Nagel dann gleich so leicht im Schlüsselbein gesteckt.
Stefan: Aber wir konnten die Pfeife rausziehen und dann hat man dann auch nichts gemacht.
Stefan: Einfach so kleine Löcher. Ein Piercing gemacht, ja.
Leonie: Wie viel schaffst du noch als Schreiner?
Stefan: Um wirklich selber an der Maschine oder auf dem Montag zu arbeiten,
Stefan: komme ich nicht mehr viel.
Stefan: Meistens sehe ich in meiner Freizeit als Hobby für meinen Haushalt selber oder
Stefan: mein Haus selber. Oder wenn jetzt ganz Not am Mann ist, helfe ich mal auf der
Stefan: Baustelle aus. Ich mache es aber immer noch sehr gerne. Ich kann mir auch vorstellen,
Stefan: dass ich da später allenfalls wieder ein bisschen mit mache.
Leonie: Wie funktioniert die 3D-Planung?
Stefan: Da haben wir vorgefertigte Schrankelemente. Vorgefertigt heisst,
Stefan: das sind die Abgeleite, wo dann ganz viele Informationen schon drinstecken.
Stefan: Heisst, wenn ich jetzt zum Beispiel so ein Vorgefertigselement nehme,
Stefan: als Beispiel Schrankelement, dann ist dort eine Art schon vorgegeben,
Stefan: welches Material das ist, wie dick das Druckwand ist, wie dick die Seiten sind,
Stefan: wie dick das Boden und Decker sind. Dann kann man Tabler rein tun, so viel wie man braucht.
Stefan: Das Türchen oder die Schublade sind vorgegeben und dort drin ist eine Art alles
Stefan: abgespeichert, was das Teil an Materialien und an Bohrungen und Sachen drin hat.
Stefan: Und aufgrund von dem können wir nachher, wenn der Plan fertig ist,
Stefan: und der Kunde sagte, jawohl, so wie es ist, können wir eigentlich noch ein Knöpfchen drücken.
Stefan: Und dann haben wir alle Zuschnittsliste, wir haben alle Materiallisten,
Stefan: wir haben auch alle CNC-Programme.
Stefan: Das heisst, unsere CNC-Maschine weiss dann schon, welche Löcher und welche Löcher,
Stefan: wo wir geborgen werden. Und aufgrund haben wir dann auch alle Produktionsunterlagen
Stefan: dann fertig, wenn der Plan fertig ist.
Stefan: Früher hat man es so gemacht, dass man nachher einen Plan ausgedrückt hat.
Stefan: Dann hat ein Material- und Holzliste geschrieben, hat eine Bestellliste geschrieben.
Stefan: Nochmal ein, hat dann noch ein CNC-Programmchen programmiert.
Stefan: Und da fällt dann natürlich alles weg.
Leonie: Welche Rolle spielen die modernen Maschinen?
Stefan: Ja, das ist eigentlich der Dreh- und Angelpunkt unserer Produktion.
Stefan: Die sind sehr effizient, sehr schnell,
Stefan: weil wir eigentlich das Teil einmal bearbeitet und dann ist es fertig.
Stefan: Das heisst, wir werden das Teil zuschneiden, dann kommt es auf die Maschine
Stefan: und dann werden alle Fräsungen, alle Bohrungen, alle Sachen einmal gemacht.
Stefan: Und wir früher ganz viele Arbeitsschritte gemacht haben, dann hat man heute
Stefan: noch einen, weil auf dieser Maschine ganz viele verschiedene Werkzeuge sind,
Stefan: die die automatisch holt und wieder versorgt. Und dadurch sind wir jetzt viel
Stefan: effizienter in der Produktion.
Leonie: Muss man als Schreiner heute Computer verstehen?
Stefan: Ja, man muss nicht ein Computerspezialist sein. Man muss einfach ein Computeranwender
Stefan: sein. Die Programme sind heute sehr einfach und verständlich.
Stefan: Das heisst, auch unsere Lehrlinge dürfen schon relativ früh an die CNC-Maschine
Stefan: her und verstehen auch die Programme relativ schnell.
Stefan: Die heutigen Jungen sind ja sowieso affin, was Computerbildschirm angeht und
Stefan: darum ist das nicht so eine grosse Sache.
Leonie: Wach an einer Maschine alles besser als ein Mensch?
Stefan: Eine Maschine kann halt wiederkehrende Arbeiten immer gleich machen.
Stefan: Eine Maschine ist nie krank.
Stefan: Eine Maschine hat selten bis nie eine schlechte Laune. Wenn sie einfach einen
Stefan: technischen Fehler hat. Sie fällt nicht so viel aus wie ein Mensch.
Stefan: Sie braucht keine Ferien. Aber der Mensch braucht es immer noch.
Stefan: Und der Mensch wird es auch immer im Schreiner-Beruf auch immer brauchen.
Leonie: Was könnte ein Schreiner besser als eine Maschine?
Stefan: Was die Maschine nie wirklich wird können, ist die Montagearbeiten.
Stefan: Einpassarbeiten auf der Baustelle, Material vertragen, dann sauber ausrichten
Stefan: und dann vor Ort einpassen, da wird die Maschine nie erhören können.
Layla: Für Lernende bei rund 15 Personen, warum bildet der Iser Huet so viele junge Menschen aus?
Stefan: Wir bilden aus, weil wir Nachwuchs brauchen. Junge Leute brauchen das Schreinerhandwerk
Stefan: und auch das Zeichnerhandwerk.
Stefan: Und darum fühlen wir uns verpflichtet zum Ausbilden. Das bringt auch immer wieder,
Stefan: neue Ideen, Know-how im Betrieb, wenn die ausbilden und sich später auch weiterbilden.
Stefan: Und wenn junge Leute gewillt sind und gefreut haben am Schreinerberuf,
Stefan: ist das auch ein ganz schönes Ausbilden.
Stefan: Es gibt aber auch die Beispiele, die ein bisschen strenger sind,
Stefan: wo die Motivation der Lehrlinge nicht immer voll da ist. Dann ist es ein bisschen
Stefan: aufwendiger, um die durch die Ausbildung durchzubringen.
Stefan: Wir haben aber einen super guten Lehrling und dem macht es auch wirklich Spass,
Stefan: diese auszubilden und ins Berufsleben einzuführen.
Layla: Wie wichtig ist die Genauigkeit und das räumliche Vorstellungsvermögen?
Nora: Genauigkeit ist schon sehr wichtig. Wenn man nicht genau die Massen nimmt,
Nora: die auf dem Plan steht, dann stimmt es halt nachher auch nicht.
Nora: Und das räumliche Vorstellungsvermögen, es kommt glaube ich einfach nach der
Nora: Zeit. Am Anfang konnte ich es auch nicht. Und jetzt muss man schon wissen,
Nora: wenn man den Plan anschaut, wie es nachher am Schluss aussehen sollte.
Nora: Es ist sehr schwierig zu machen.
Layla: Muss man gut in Mathe sein?
Nora: Mathe ist ein Fach in der Schule. Da brauche ich es vor allem.
Nora: Im Betrieb brauche ich jetzt nicht so viel. Es ist einfach für die Schule wichtig.
Layla: Wie hat sich der Schrenner-Beruf in den letzten Jahren verändert?
Stefan: Der Schreiner-Bruf hat sich in den letzten 20 Jahren schon stark verändert.
Stefan: Durch die ganzen modernen Maschinen mit Bildschirmen, vor allem CNC-Maschinen,
Stefan: die sehr viel Arbeit übernimmt.
Stefan: Früher hatte man ganz viele Arbeitsschritte, die heute die Maschine übernimmt.
Stefan: Was wir sicher auch geworden sind, ist die Genauigkeit dazu genommen,
Stefan: weil es auf dieser Maschine wirklich genau funktioniert.
Stefan: Grundlich anders wurde der Beruf nicht, vor allem auf der Montage nicht.
Stefan: Auf der Montage ist immer noch ein reiner Handwerks-Bruf.
Layla: Was würden viele Menschen über euren Beruf falsch einschätzen?
Stefan: Ich glaube, es gibt viele Menschen, die das Gefühl haben, dass das ein sehr
Stefan: romantischer Beruf ist, wo man den ganzen Tag ein bisschen Möbel zusammenbaut
Stefan: und ein bisschen Möbel macht und viel mit Massivholz arbeitet.
Stefan: Da ist es aber nicht. Wir arbeiten mit ganz vielen verschiedenen Materialien.
Stefan: Wir arbeiten auch mit ganz vielen Plattenmaterialien. Und die Romantik vom Möbeln
Stefan: zusammenbauen, die ist einem kleinen Ort.
Stefan: Da gibt es schon auch, dass wir Möbel machen. Aber der grösste Teil ist dann
Stefan: schon von der Maschine oben her befertigte Teile, die man noch zusammenbaut
Stefan: und nicht noch gross zusammenpassen kann und ein bisschen schleifen und ein bisschen hobeln.
Layla: Und weisst du, es ist schwieriger, als es aussieht.
Stefan: Ja, zwischendurch ist es schwierig zu einschätzen, wie viel Aufwand hinter einem
Stefan: kleinen Möbel oder einer Küche.
Stefan: Wie viele Teile das hier drin sind, wie viele Verbindungen das braucht,
Stefan: wie viele Details das müssen geklärt sein, dass am Schluss alles zusammen funktioniert.
Stefan: Zwischendurch schüttern es an einem ganz kleinen Ort. Zum Beispiel,
Stefan: wenn man einen Einbauschrank macht, der bis eine Decke rübergeht und nicht daran
Stefan: denkt, dass dort noch eine Deckelampe kommt, dann geht am Schluss der Schrank
Stefan: nicht auf. Ja, da wird am Schluss niemand. Etwas, was nicht funktioniert.
Layla: Was ist das Schönste daran, etwas zu herzustellen, das vielleicht sogar jahrzehntig genutzt wird?
Nora: Vor allem am Schluss ist es einmal, wenn die Kunden Freude haben.
Nora: Das ist eigentlich das beste Kompliment, das man bekommen kann.
Nora: Wenn sich die Kunden über die Möbel freuen, sollte ich das Schönste.
Stefan: Weil es ein sehr vielseitiger, sehr abwechslungsreicher, sehr schöner Beruf
Stefan: ist, mit einem ganz schönen Werkstoff Holz, die sehr angenehm ist zum Verarbeiten,
Stefan: ganz viel Kreativität zulässt und am Abend einfach sieht, was man gemacht hat.
Leonie: Jetzt fassen wir mal kurz zusammen. Heute haben wir gelernt,
Leonie: dass sehr lustige Geschichten hier passiert und dass es Nora auch viel Freude
Leonie: macht, wenn die Kunden Freude haben.
Leonie: Und dass Stefan zuerst auch nicht unbedingt schreien wurde, aber nachher trotzdem schreien wurde.
Leonie: Danke Stefan und Nora, dass ihr mit uns den Podcast gemacht habt.
Stefan: Ja, wir danken auch.
Layla: Wenn du auch gerne mit Holz arbeitest, genau bist und aus deiner Idee etwas
Layla: bauen möchtest, das am Ende anfassen und benutzen kannst, dann solltest du dir
Layla: den Beruf Schreiner EFZ genauer anschauen.
Layla: Und wer Lernende ausgebildet, weiss schon jetzt.
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