1803: Saskia und Noemi

Shownotes

Warum gehen Menschen in eine Drogerie, wenn viele Produkte auch im Supermarkt erhältlich sind? Für Saskia Nufer und die angehende Drogistin Noemi Knöpfel ist die Antwort klar: wegen der persönlichen Beratung, dem Fachwissen und dem Vertrauen.

Leonie und George besuchen die Drogerie Walhalla in Herisau und erfahren, wie vielseitig der Beruf Drogistin EFZ ist. Saskia erzählt von ihrem beruflichen Weg und ihren Weiterbildungen bis hin zur Homöopathin. Noemi gibt Einblick in ihre vierjährige Ausbildung und erklärt, wie verschiedene Fachgebiete miteinander verbunden werden.

Gemeinsam führen die beiden durch die Drogerie und erzählen von Arzneimitteln, Naturheilmitteln, eigenen Produkten und der täglichen Beratung. Dabei wird deutlich: Drogistinnen und Drogisten verkaufen nicht einfach Produkte. Sie benötigen umfangreiches Wissen über Gesundheit, den menschlichen Körper und unterschiedliche Behandlungsmöglichkeiten.

Auch der Beruf selbst hat sich verändert. Beratung und Fachwissen sind wichtiger geworden und die Ausbildung entwickelt sich laufend weiter.

Was beide besonders an ihrer Arbeit schätzen? Wenn Kundinnen und Kunden zurückkommen und erzählen, dass eine Beratung nachhaltig geholfen hat.

Credits

  • Recherche: Leonie, George
  • Vorbereitung: Leonie, George
  • Aufnahme: Lio
  • Foto: Arel
  • Optimierung: Schwoegi mit Auphonic
  • Schnitt: Schwoegi mit Audacity
  • Grafik: Schwoegi mit Photoshop
  • Publikation: Schwoegi
  • Original Musik: sleepwalking by airtone, https://dig.ccmixter.org

Transkript anzeigen

Noemi: Drogistin läuft eigentlich unter dem Bereich Detailhandel und Detailhandel ist

Noemi: eigentlich der Verkauf.

Noemi: Und auch dort, wir sind ja eigentlich nicht der Detailhandel,

Noemi: wir sind ja wirklich Drogistinnen und ich denke, das ist wirklich ein sehr grosses Thema.

Leonie: Hallo zusammen, heute sind wir in der Drogerie Walhalla in Herisau.

Leonie: Mit mir am Tisch sitzen Saskia und Noemi. Hoi miteinander.

Noemi, Saskia: Hoi zusammen.

Leonie: Hoi miteinander. Bei mir ist George. Für die Technik ist zuständig der Lio.

Leonie: Fotos werden geschlossen vom Arel und ich bin Leonie.

Leonie: Wieso kommen oder müssen Menschen in die Drogerie kommen nicht einfach in den Supermarkt?

Saskia: Ich denke sie kommen zu uns, weil wir eine Beratung zu den Produkten anbieten.

Saskia: Weil wir auch die grössere Vielfalt haben, weder in Supermärkten,

Saskia: wie Gesundheitsprodukte oder vor allem Arzneimittel anbelangt und weil sie Vertrauen zu uns haben.

Saskia: Und ich denke, so ein Fachgeschäft ist immer auch ein sozialer Aspekt in einem

Saskia: Dorf. Da trifft man sich, da redet man mit den Leuten und nimmt sich Zeit füreinander.

Leonie: Und du, Noemi? Ja, ich kann mit dem Ganzen eigentlich anschliessen.

Noemi: Was ich noch habe, ist, dass wir persönliche und individuelle Beratungen nehmen.

Noemi: Das ist sicher auch ein Punkt, wobei uns in der Drogerie ein Vorteil ist,

Noemi: dass man wirklich jeden Kunden einzeln anschaut, einheitlich beratet.

George: Saskia, wer bist du denn? Erzähl was von dir.

Saskia: Ich bin in Herisau aufgewachsen, habe zwei Schwestern. Ich bin schon immer gerne

Saskia: in die Schule gegangen und ich denke, das ist auch ein Aspekt,

Saskia: den man bei den Drogistenlehrern mitbringen muss, weil man dort auch viel lernen darf.

Saskia: Sonst gehe ich gerne nach draussen, bin gerne in den Bergen, bin auch noch hier in Herisau

Saskia: im Turnverein, bin da auch gut vernetzt.

George: Was ist mit dir, Noemi? Ich bin auch hier in Herisau aufgewachsen.

Noemi: Ich habe eine Schwester und einen Bruder.

Noemi: Ich bin eigentlich auch immer sehr gerne in die Schule gegangen,

Noemi: auch die Sprache sind mir sehr gelegen.

Noemi: Und in meiner Freizeit bin ich im Geräteturnen in der Waldstadt und dort leite.

Noemi: Ich arbeite aber auch sehr gerne kochen oder lesen. Momentan bin ich in der

Noemi: Ausbildung zur Drogistin im dritten Lehrjahr, komme im Sommer ins vierte Lehrjahr,

George: Was ist mit der Ausbildung bei euch?

Saskia: Ich habe klassisch zuerst Drogistin gelernt. Dann habe ich verschiedene kleine

Saskia: Weiterbildungen gemacht, die man in unserer Branche kann, wie zum Beispiel der

Saskia: Schüsselermaster oder auch Bachblüten-Spezialistin und auch Darmberaterin.

Saskia: Und vor noch nicht so langer Zeit habe ich dann noch die dreijährige Ausbildung

Saskia: als Homöopathin angehängt, wo

Saskia: ich auch da als Therapeutin arbeite in dem Raum, wo wir jetzt auch sind.

George: Wie bist du zur Drogerie gekommen, Saskia?

Saskia: Eigentlich ganz klassisch durchs Schnuppern. Ich finde, gerade in der Oberstufe

Saskia: ist das eine tolle Zeit, um in ganz viele verschiedene Berufe zu schauen,

Saskia: wo man an vielen Orten schnuppern kann.

Saskia: Für mich war immer klar, ich möchte einen Beruf mit Menschen.

Saskia: Darum bin ich auch Ergotherapeutin unter anderem schnuppern oder in der Physiotherapie.

Saskia: Ich war sehr begeisterungsfähig, mir haben ganz viele Berufe gut gefallen.

Saskia: Eigentlich habe ich gedacht, ich möchte Ergotherapeutin werden.

Saskia: Für das musste man aber damals 20 sein.

Saskia: Also habe ich eine Zwischenlösung gesucht zwischen "Schule fertig" und bis 20.

Saskia: Und habe mich dann für die Lehre als Drogistin entschieden, weil man da unter

Saskia: Menschen ist, sehr viel Verschiedenes lernen kann. Und ja, ich bin hängen geblieben,

Saskia: weil es einfach ein wunderschöner Beruf ist.

George: Bei dir Noemi? Ja, ich bin auch ganz viel Verschiedenes geschnuppern,

Noemi: in ganz viele verschiedene Richtungen.

Noemi: Und am Schluss sind dann noch Schreinerinnen und Drogistinnen,

Noemi: so ein bisschen als Top-Favoriten gewesen.

Noemi: Und dann habe ich nochmal auf mein Gefühl gelassen und habe mich dann schlussendlich

Noemi: für Drogistin entschieden und bin sehr glücklich mit dieser Entscheidung.

Noemi: Ja, in der Lehrzeit habe ich auch schon ein paar Kurs besuchen.

Noemi: Also ich habe schon einen Schlüsslerkurs gemacht. Ich habe aber auch schon einen

Noemi: Heidach Spagyrik Kurs gemacht. Ja, genau.

George: Um was geht es über Bachblüten?

Saskia: Die Bachblüten-Therapie ist eine feinstoffliche Therapie, wo es 38 verschiedene

Saskia: Blütenessenzen gibt, wo man individuell zusammenmischen kann.

Saskia: Es geht um Seelenzustände, also z.B. wenn jemand Ängste hat oder man braucht

Saskia: sehr viel auch für Kinder, die entweder nicht gut schlafen können oder Mühe

Saskia: haben, wenn man zum ersten Mal in den Kindergarten gehen kann,

Saskia: wo man so dann ganz individuell eine Tropfenmischung zusammenstellen kann für

Saskia: die Person, die dann hilft, wieder das innere Gleichgewicht zu finden.

Saskia: Und dazu habe ich vielleicht gerne noch eine kleine Geschichte.

Saskia: Ich finde, das war für mich persönlich ein sehr schönes Erlebnis.

Saskia: Sie ist mal eine Mama in die Drogerier gekommen und hat gesagt, ihre Tochter schlafe ich nicht mehr so gut.

Saskia: Dann hat sie sie am Morgen gefragt, was sollen wir machen, dass du wieder besser

Saskia: schlafen kannst. Und der Mädchen hat dann gesagt, wir müssen zu der Saskia eine

Saskia: eine Blütenmischung machen lassen.

Saskia: Und das war einfach für mich ein mega schönes Feedback für unser Schaffen, was wir hier machen.

Saskia: Wenn ein Kind schon da als Lösung sieht und spürt, dass ihm das gut tut.

Leonie: Was machen wir mit Schüsselsalz? Schüsselsalz ist auch eine feinstoffliche Therapie,

Noemi: wo es 25 verschiedene Mineralstoffe gibt.

Noemi: Und die setzen wir ganz unterschiedlich ein. Jetzt gerade als Beispiel Schüsselnummer

Noemi: 7, das ist das Magnesium.

Noemi: Da setzt man, wie man auch sein Magnesium einsetzen kann, zum Entspannen bei,

Noemi: Muskelproblemen oder auch beim Sport.

Noemi: Und die Schüsselersalze arbeiten dann aber ganz viel. Man sagt denen auch so

Noemi: ein bisschen Türöffner. Die helfen dann eigentlich am Körper,

Noemi: die Mineralstoffe auch aus der Ernährung oder sonst so aufzunehmen. Genau.

Saskia: Wir sind jetzt hier in den Hinterräumen der Drogerie Walhalla.

Saskia: Hier hinten findet man die ganz offen Ware, die wir auch nachfüllen für die

Saskia: Kunden. Ein bisschen weiter vorne haben wir dann noch diese Fläschchen und dann auch das Warenlager.

Saskia: Und dann können wir sonst noch in den Laden vor gehen.

Saskia: Unser Laden ist in den verschiedenen Bereichen abgeteilt. Wir haben die Arzneimittel

Saskia: dort vorne, wir haben das Reformgestell, wir haben unsere eigenen Produkte und

Saskia: Naturheilmittel auf dieser Seite.

Saskia: Wir haben Kinderpflege auf einer Gondel, Körperpflege in der Ecke.

Saskia: Und was wir vor allem auch haben, ist hier noch unser Labor.

Saskia: Sichtlabor, sagt man dem, wo auch viel drin ist. Gerade auch in der Lehre,

Saskia: wenn man hier am Arbeiten ist, wenn man dort abfüllen oder herstellen.

Saskia: Dann ist man viel da drin. Das ist ein schöner Ort, weil wir grosse Scheiben

Saskia: haben, wo man den ganzen Laden auch sieht. Also man sieht jeden Kunden und man

Saskia: kann auch ein wenig mithören.

George: Wo liegt denn die Drogerie Walhalla? Die Drogerie Walhalla ist hier in HErisau

Noemi: an der Kasernestrasse, gleich gegenüber dem Gutenberg-Zentrum und neben dem

Noemi: Kuhn. Was bietet ihr alles an?

Saskia: Die Drogerie bietet sehr, sehr viele verschiedene Produkte an.

Saskia: Über Arzneimittel, dort haben wir alles, ausser die Rezeptpflichtungen.

Saskia: Über Naturheilmittel, dann aber auch Sachpflege.

Saskia: Zu der Sachpflege gehören eigentlich Putzmittel, umgangssprachlich.

Saskia: Dann aber auch Körperpflege, Dekorativkosmetik, Reformprodukte,

Saskia: ganz viele Kräuter natürlich, Etinkturen. Wir haben eben auch viele offene Substanzen,

Saskia: wo wir individuelle Mischungen machen können.

Saskia: Und was man vor allem natürlich anbietet, ist unsere persönliche Beratung zu

Saskia: all diesen Produkten zu.

George: Welche Rolle spielt die persönliche Beratung?

Saskia: Ja, ganz eine grosse, das ist das, was uns ausmacht. Darum investieren wir auch

Saskia: viele in unsere Aus- und Weiterbildung. Darum können wir eine Kundenbindung

Saskia: aufbauen und können so natürlich gute Erfolge auch machen mit den Kunden zusammen.

George: Was ist der Unterschied zu einer Drogerie und einer Apotheke?

Noemi: Der Unterschied ist eigentlich, dass wir in der Drogerie, wie die Saskia schon

Noemi: gesagt hat, sehr viele rezeptfreie Arzeneimittel anbieten.

Noemi: Die Apotheken führen dafür die Rezepte der Ärzte aus oder dürfen teilweise Rezepte auch erstellen.

Noemi: Wir haben unter anderem aber auch Phytotherapie und Spagyrik,

Noemi: wir haben Homöopathie und Schüsseler, die in der Apotheke tendenziell eher weniger vorkommen.

Noemi: Zusätzlich bieten wir die individuellen Beratungen an, mit den verschiedenen Sachgebieten.

Noemi: Und wir stellen selber Hausspezialitäten her.

Noemi: Zum Beispiel einen Hustensirup, den wir selber herstellen. Oder verschiedene Salben.

Noemi: Bei den Apotheken ist es noch so, sie bieten Impfungen an, die ab 16 Jahren zu Ende gelassen sind.

Saskia: Ich denke, ein grosser Unterschied ist auch die Ausbildung selber.

Saskia: Bei der Drogerie haben wir eine vierjährige Lehre. Die Drogistin EFZ geht vier Jahre.

Saskia: In der Apotheke, die Fachfrau oder der Fachmann Apotheke lernt drei Jahre.

Saskia: Wir haben zwar hier die tiefe Lehre, würde ich sagen. Auch phyotertherapeutisch

Saskia: die stärkere Ausbildung. Dafür sind die Apotheken in der Chemie die stärkere als wir.

Saskia: In der Apotheke ist immer eine studierte

Saskia: Person, die ein gekannte und ein klassisches Studium gemacht hat.

Saskia: In der Drogerie hat es auch immer eine mit einer HF-Ausbildung.

Saskia: Die hat aber als Grundbasis auch die Lehre als Drogistin gemacht und hat dann

Saskia: noch zwei Jahre eine Fachhochschule oder eine höhere Fachschule gemacht.

Saskia: Also ich denke, die Ausbildung ist auch ein grosser Unterschied zwischen Drogerie und Apotheke.

George: Was ist Phytotherapie? Phytotherapie ist ein Pflanzenheilgrund.

Noemi: Also da sind ganz viele verschiedene Pflänzchen, pflanzliche Arzneimittel,

Noemi: zum Beispiel Tee oder Tabletten oder Tröpfchen, wo die Tee gehören,

Noemi: wo man ganz viele Mischungen zusammenstellen kann.

Noemi: Und jedes Pflänzli hat seine eigene Wirkung, seine eigene Stickbrief,

Noemi: wo man dann unterschiedlich einsetzen kann.

Leonie: Jetzt kommen wir zu dir.

Leonie: Noemi.

Leonie: Eerzähl mal, wieso wolltest du ein Drogistin oder ein Drogist werden?

Noemi: Drogistin ist ein sehr abwechslungsreicher Beruf, wo man jeden Tag etwas Neues

Noemi: dazu lernen kann und das Wissen jeden Tag erweitern kann.

Noemi: Es ist ein Beruf, der eine sehr gute Grundlage auch für den Rest des Lebens

Noemi: ist, weil man wirklich in allen Lebensbereichen eigentlich den Produkt oder

Noemi: das Wissen der Drogerie einsetzen kann.

Noemi: Auch der Kundenkontakt ist etwas, das man sehr am Herzen liegt und sehr viel

Noemi: Freude macht, wenn man jeden Tag andere Kunden hat und die Kunden mit einem

Noemi: Lächeln auf dem Gesicht wieder verabschieden dürfen, was sehr wertvoll ist.

Noemi: Auch die Weiterbildungsmöglichkeiten in den verschiedenen Sparten,

Noemi: wie wir sie zuvor hatten, sind

Noemi: sehr gross, wo man auch dort immer noch wieder etwas dazu lernen kann.

Leonie: Wie läuft das Bewerbungsverfahren? Ja, ja, eben, wie schon gesagt,

Noemi: schon ganz viel geschnuppert.

Noemi: Und bin dann immer mehr in verschiedene Drogerien geschnuppert gegangen,

Noemi: unter anderem eben auch hier in der Drogerie Walhalla.

Noemi: Da bin ich den Herbstferien das erste Mal geschnuppert gegangen und das hat mir

Noemi: schon sehr gut gefallen.

Noemi: Bevor ich schnuppert konnte, habe ich eine Motivation zu schreiben.

Noemi: Ein Schnupperformular durfte ausfüllen, die letzten zwei Semesterzeugnisse durfte anfügen.

Noemi: Dann kam das zu Saskia. kam, sie hat sich bei mir gemeldet und dann durfte ich schnuppern gehen.

Noemi: Nach diesen zwei Tagen war ich mir eigentlich sicher, dass ich mich mal bewerbe

Noemi: und mal abwarte, was passiert.

Noemi: Und ich bin dann eingeladen worden, zum zweites Mal schnuppern.

Noemi: Ich durfte dann auch ein Bewerbungsgespräch führen und habe dann die erste Lübebe.

Leonie: Wie oft gehst du am Berufsfachschule? Also wir haben ja, wie schon gesagt,

Noemi: eine vierjährige Lehr- und Berufsfachschule befindet sich in St.

Noemi: Gallen in der Kreuzbleiche.

Noemi: Das ist eigentlich das KV-Schulhaus.

Noemi: Wir gehen eineinhalb Jahre lang zwei Tage in die Schule und dann zweieinhalb

Noemi: Jahre lang einen Tag in die Schule. Was lernt man im üK?

Noemi: Die üK sind über die vier Jahre verteilt. Meistens ist es einfach ein Tag,

Noemi: wo wir die ÜK haben, wo man verschiedene Sachen über Waren bewirtschaftet,

Noemi: über Verkaufen, Beraten usw.

Noemi: Lernt. Im dritten Lehrjahr gibt es dann ein Labor-ÜK, der ist über etwa drei

Noemi: Monate, immer einen Tag in der Woche, wo es am Schluss auch eine Prüfung darüber

Noemi: gibt. Und in dieser Woche lernt man eigentlich verschiedene Herstellungen.

Noemi: Man übt aber auch die organoleptische Kontrolle und die Warenbewirtschaftung noch einmal.

Noemi: Und am Schluss dieser drei Monate gibt es eine Prüfung über alles,

Noemi: die dann wirklich über das ganze Laborüge abgefragt wird.

Noemi: Und das zählt dann auch zu der Abschlussprüfung als Noten.

Leonie: Wie sieht dein typischer Alltag aus? Am Morgen starten wir eigentlich mit den

Noemi: Morgenarbeiten. Das machen wir jeden Morgen.

Noemi: Da gehören verschiedene Sachen dazu, wie Staubsaugen oder draussenwischen.

Noemi: Verschiedene Sachen auffüllen, also Kassen mit Säcken auffüllen usw.

Noemi: Dann tätigen wir meistens Bestellungen.

Noemi: Je nachdem, wenn die Bestellung eingetroffen ist, auspacken.

Noemi: Und dann kommt natürlich auch das Herstellen und das Abfüllen dazu.

Noemi: Da haben wir eine Liste, wo wir nachschauen können, ob alles anfallen kann.

Noemi: Und dann können wir einfach immer schauen, was fällt gerade am dringendsten

Noemi: an und das stellen wir dann je nachdem herstellen oder einfach abfüllen.

Noemi: Zwischendurch bedienen wir dann natürlich auch Kunden. Es kommt immer darauf

Noemi: an, wie viel das läuft, wie viel wir zu herstellen und abfüllen kommen oder

Noemi: eben dann auch sehr gerne Kunden bedienen.

Noemi: Wenn wir dann einmal gar nichts zu tun haben, dann gehört natürlich auch das Abstauben dazu.

Noemi: Es wäre aber sehr toll, wenn man dazwischen nicht mehr Produkte anschauen kann,

Noemi: durchlesen, auch mal nachfragen, wenn man jetzt ein Produkt weniger gut kennt.

Noemi: Und am Arbeitsletzten, die wir machen, ist noch die Arbeitsrunde,

Noemi: wo wir alle Lichter lassen lassen, alles dann abstellen.

Leonie: Was hat dich am meisten überrascht? Am meisten überrascht hat mich eigentlich,

Noemi: wie vielfältig unsere Kundschaft ist.

Noemi: Also wie viele unterschiedliche Beratungen wir machen können,

Noemi: wie viele unterschiedliche Themen das aufkommen.

Noemi: Aber auch die Schule hat mich ein bisschen überrascht.

Noemi: Ja, sie braucht sehr viel Zeit für das, was man lernen darf.

Noemi: Um zu Hause repetieren und auf Prüfungen zu lernen.

Noemi: Das ist so ein bisschen anspruchsvoll. Aber ich finde es eben sehr vielfältig,

Noemi: auch in der Schule. Man hat ganz viele verschiedene Fächer, wo man jedem Fach

Noemi: etwas anderes lernt und nach einer gewissen Zeit auch die verschiedenen Fächer

Leonie: verknüpfen kann. Was war am Anfang schwierig?

Noemi: Das Schwierigste war, gerade in der Drogerie, wir haben ganz viele verschiedene

Noemi: Produkte, die man ja mit der Zeit alle üben muss. Und wenn man gerade im ersten

Noemi: Lehrjahr anfängt zu bedienen, hat man eigentlich noch gar keine Ahnung von diesen

Noemi: verschiedenen Produkten.

Noemi: Das war natürlich eine sehr grosse Überforderung für mich am Anfang.

Noemi: Wir hatten aber auch ganz viele Mitarbeiterinnen, die wir jedes Mal haben gefragt dürfen.

Noemi: Am Anfang hatten wir auch immer Begleitungen bei den verschiedenen Beratungsthemen.

Noemi: Und auch jetzt im dritten Lehrjahr oder dann im vierten Lehrjahr,

Noemi: wir können immer Rücksprache nehmen und fragen, wenn wir uns nicht ganz sicher sind.

Noemi: Ja, auch die Schule war am Anfang sehr anspruchsvoll, weil man sehr viel lernen

Noemi: muss. Und ich in der Schule vorher, in der Primärschule oder in der Oberstufe

Noemi: nie gelernt habe, Lernen. Und das ist dann halt etwas, was man in der Lehre sehr viel muss.

Leonie: Hast du eine besondere oder eine lustige Geschichte?

Noemi: Ja, es gibt natürlich auch ganz viele verschiedene Sachen. Eine besondere Geschichte

Noemi: habe ich nicht, aber wir haben gewisse Sprüche, die wir fast täglich hören.

Noemi: Sei es jetzt beim Kassenbeleg, wo dann die Kunden sagen, wenn sie mal nicht

Noemi: nachspringen, brauchen sie sie nicht. Oder ich komme sie ja nicht zurücküber.

Noemi: Oder gerade auch, wenn wir jetzt am Staubsaugen sind oder am Fenster putzen,

Noemi: kommen zu viele, ob man uns mieten kann oder ob man uns auslehnen kann.

Noemi: Oder zum Beispiel gerade beim Fenster putzen. Meine Fenster zu Hause wären auch

Noemi: bereit, um geputzt zu werden.

Noemi: Genau, das sind einfach so Sachen, die den Alltag dann auch erfreut oder so

Noemi: ein bisschen Lächeln aufs Gesicht zaubert.

Leonie: Hat halt noch jemand gefragt, ob du in dem Besen arbeiten kannst.

Saskia: Das ist noch nicht gefragt.

Saskia: Aber wir werden zu uns passen, oder?

Noemi: Nein, tatsächlich ist das bei mir noch nie vorkommen. Aber wenn man die Vergangenheit

Noemi: anschaut, dann ist es wahrscheinlich nicht ganz so abwegig. Aber es ist tatsächlich noch nie vorkommen.

Saskia: Ich glaube, vor 400 Jahren wären wir vielleicht als Hexen durchgegangen mit unserer Kräuterküche.

Saskia: Aber ich finde das eigentlich etwas Positives.

George: Jetzt kommen wir mal zu dir, Saskia. Wie war denn dein Weg bis heute?

Saskia: Ich habe die Lehre hier in der Drogerie Walhalla gemacht. Nachher ging ich in

Saskia: eine Naturdrogerie auf Schaffhausen arbeiten.

Saskia: Bevor ich dann das Gefühl hatte, ich mache jetzt gleich mal noch einen Abstecher

Saskia: in ein Büro, bin noch in einer Pharmafirma im Innendienst gewesen.

Saskia: Wo ich dann aber schnell gemerkt habe, Büro ohne täglich so viele Menschen um

Saskia: mich kommen, ist mir ein bisschen zu langweilig.

Saskia: Ich bin zurück in die Drogerie und habe dann die Ausbildung zur Drogistin HF

Saskia: angehängt. Das war eine zweijährige Ausbildung in Neuenburg,

Saskia: die ich dann gemacht habe.

George: Welche Aufgaben hast du denn?

Saskia: Ja, ganz viele verschiedene. Einerseits Mitarbeiter führen, dann macht man sich

Saskia: auch Gedanken über Marketing, Buchhaltung gehört dazu, dann natürlich Kunden

Saskia: beraten, Kunden bedienen.

Saskia: Das ist unsere Hauptaufgabe. Alles, was wir sonst machen, machen wir,

Saskia: damit wir parat sind vor dem Kunden.

Saskia: Da gehört auch die Warenbewirtschaftung hinein. Unser Tag ist sehr, sehr vielseitig.

George: Was gefällt dir an deinem Beruf besonders gut?

Saskia: Der Kontakt mit den Menschen, sei es mit den Kunden, aber auch mit den Mitarbeitern.

Saskia: Und eben auch das, dass man am Morgen nicht weiss, was man den ganzen Tag erwartet.

Saskia: Ich habe meine To-Do-Liste und habe das Gefühl, dann kann ich jetzt eins ums andere machen.

Saskia: Und es kommt immer kurz und quer.

George: Du bildest ja Lernende aus.

Saskia: Ja, genau.

George: Was macht eine gute Lernende aus?

Saskia: Sie muss wissbegierig sein, gern lernen, sorgfältig arbeiten und vor allem auch Empathie mitbringen.

Saskia: Dass sie gern unter Menschen ist, gern auf Menschen zugeht und offen sein.

Saskia: Offen sein für Neues, neugierig sein. Das gehört sicher auch dazu.

George: Saskia, du bist ja jetzt schon länger in dem Beruf dabei. Wie hat sich der Beruf

George: denn in den letzten Jahren verändert?

Saskia: Also einerseits hat sich sicher auch das Sortiment in der Drogerie verändert.

Saskia: Als ich in der Lehre war, hatten wir noch Düngerlehrer zum Beispiel.

Saskia: Früher so gerne Farblehr, also es war noch viel technischer.

Saskia: Heutzutage ist man viel stärker in der Naturheilkunde oder eben auch in den

Saskia: Arzneimitteln, wo man viel mehr in diese Richtung arbeitet.

Saskia: Somit hat sich auch die Ausbildung verändert, also auch die Lehre ist anders

Saskia: geworden, man hat die Schwerpunkte dort auch anders gesetzt.

Saskia: Und dann, denke ich, hat sich auch das Einkaufsverhalten verändert in den letzten Jahren.

Saskia: Früher noch war es mehr ein "Lädele", da haben Leute einfach gekauft,

Saskia: ich hätte gerne das und das, und man hat das gegeben und verkauft.

Saskia: Und heute kommen viele mit Fragen, also der Anteil an Beratung oder an Leuten,

Saskia: die gerne ein bisschen mehr wissen möchten, wie einfach ein Produkt kaufen, hat klar zugenommen.

Saskia: Also ich finde, es macht unseren Beruf auch spannender. Wir haben viel mehr

Saskia: Bindung zu unseren Kunden, können so eine Vertrauensbasis schaffen.

Saskia: Ja, das finde ich ist wirklich sehr spannend geworden.

George: Was hat sich bei der Ausbildung verändert?

Saskia: Wir sind jetzt gerade wieder dran. Noemi hat jetzt schon eine andere Ausbildung,

Saskia: als ich noch hatte. Und jetzt ist es schon wieder in der Revision.

Saskia: Im Moment ist es gerade in der Revision. Und etwa in drei Jahren oder zwei sollten die Neuen starten.

Saskia: Einerseits lernt man die Gebiete, die Düngerlehre. Und diese Sachen lernt man

Saskia: nicht mehr. Dafür viel mehr naturheilkundliche Fächer.

Saskia: Fächer heissen auch anders. Da kann vielleicht Noemi noch ein bisschen mehr

Saskia: dazu erzählen. Weil jetzt ist es vielmehr auch übergreifend.

Saskia: Wir haben damals noch ganz klassisch Chemie gehabt, Pharmakologie, Sachpflege.

Saskia: Und jetzt gibt es Fächer, die das ein bisschen übergreifend unterrichten.

Noemi: Ja, wir haben zum Beispiel jetzt gerade das Fach im dritten Lehrjahr, das Fach IDUF.

Noemi: IDUF ist eigentlich so eine berufliche Identität und Umfeld.

Noemi: In diesem Fach ist es vor allem dieses halbes Jahr darum gegangen,

Noemi: dass wir verschiedene Fächer verknüpfen und schon mal auf die Lehrabschlussprüfung vorbereiten.

Noemi: Wir haben zum Beispiel mal ein Thema Entzündungen und dann aus den Restlöchern,

Noemi: ich glaube, etwa acht Fächer oder neun Fächer sind es, alles zusammenschreiben,

Noemi: und dann darüber eine Prüfung machen.

Noemi: Und ich vermute jetzt, das weiss ich nicht genau, aber jetzt im vierten Lehrjahr

Noemi: haben wir dann auch wieder IDUF. Und dann geht es dann auch vor allem darum, um das Repetieren,

Noemi: vielleicht auch mal auf die mündlieche Prüfung zu lernen oder eben auch lernen,

Noemi: wie man am besten die verschiedenen Fächer verknüpfen tut.

Noemi: Weil es ist nicht ein Thema eineinfach, es ist wirklich ein Thema,

Noemi: fast alle Fächer, die man dann behandelt.

Saskia: Noemi, vielleicht möchtest du da noch etwas Neuer erklären, wie das gemeint

Saskia: ist, dass verschiedene Fächer bei einer Entzündung zum Beispiel eine Rolle spielen.

Noemi: Ja, das kann ich machen. Zum Beispiel in der Phytotherapie schaut man dann von

Noemi: den Pflanzen her, was man dann einsetzen kann.

Noemi: In der Humanbiologie geht es um Körpervorgänge, die bei einer Entzündung stattfinden.

Noemi: Wir haben aber auch Erfahrungsmedizin, wo man dann den schüsselerischen Aspekt

Noemi: oder den homöopathischen Aspekt kann.

Noemi: Oder verschiedene Entzündungsfragen im Fach Schönheit, zum Beispiel eine Akne

Noemi: oder eine Zahnfleischentzündung.

Noemi: Und so verknüpft man eigentlich das ganze Thema.

George: Danke für die Erklärung.

Leonie: Was würden eigentlich viele Menschen falsch über euren Beruf einschätzen?

Saskia: Ich denke, weil wir als Geschäft im Dorf sind, haben viele das Gefühl,

Saskia: wir sind Verkäuferinnen. Und in unserer Ausbildung lernen wir viel mehr.

Saskia: Also wir sind nicht klassische Verkäuferinnen, sondern wir sind ausgebildete Drogistinnen.

Saskia: Ich denke, das ist sicher etwas, das viele Leute falsch einschätzen.

Noemi: Ja, ich würde auch sagen, das ist vor allem so ein bisschen ein Punkt,

Noemi: wo auch in der Schule so ein Thema ist.

Noemi: Drogistin läuft eigentlich unter dem Bereich Detailhandel und Detailhandel ist

Noemi: eigentlich der Verkauf.

Noemi: Und auch dort, wir sind ja eigentlich nicht der Detailhandel,

Noemi: wir sind ja wirklich Drogistinnen und ich denke, das ist wirklich ein sehr grosses Thema.

Leonie: Warum lohnt es sich eine Lehre zu machen als Drogistin oder als Drogist?

Noemi: Die Lehre als Tragistin ist sehr abwechslungsreich und auch eben die Abwechslung

Noemi: im Alltag, dann tut man einmal abfüllen, einmal herstellen,

Noemi: man tut das Wissen erweitern durch verschiedene Kursen,

Noemi: das Wissen, das wir lernen dürfen.

Noemi: Jeden Tag, egal bei welcher Arbeit, das wir machen, also sei es jetzt ein neues

Noemi: Produkt auspacken oder sei es etwas herstellen, das man noch nicht gemacht hat,

Noemi: das ist etwas, was unseren Beruf sehr spannend machen tut.

Noemi: Ich finde es aber auch etwas ganz Wichtiges, dass man eben sehr viel fürs Leben

Noemi: tut, lernen. Also man kann wirklich eigentlich alles, was wir in der Drogerie

Noemi: lernen, auch jeden Tag im Alltag umsetzen, auch wenn wir nicht am Arbeiten sind.

Leonie: So, kommen wir zum Schluss. Die letzte Frage. Was ist das Schönste,

Leonie: wenn ihr jemand anderen helfen könnt?

Noemi: Für mich das Schönste sind ganz klar das Lachen im Gesicht. Die Dankbarkeit,

Noemi: die sie uns entweder ausstrahlen oder auch sagen.

Noemi: Und sehr viele auch die positiven Rückmeldungen, die wir bei einem anderen Einkauf zurückkriegen.

Noemi: Manchmal sind es gerade schon positive Rückmeldungen beim Verkauf selber.

Noemi: Manchmal sind es aber auch die positiven Rückmeldungen, die wir erst ein Stück

Noemi: später bekommen und gar nicht mehr erwarten.

Noemi: Wenn wir so viele verschiedene Kunden haben und uns auch nicht mehr an alles erinnern können.

Noemi: Aber das ist auch etwas, das unser Wissen erweitern kann und das ich etwas sehr Schönes finde.

Leonie: Und du Saskia?

Saskia: Ja, für mich ist es auch die Rückmeldungen, wenn es nachhaltig geholfen hat

Saskia: den Kunden, die wir gehabt haben und auch wenn sie uns weiterempfehlen.

Saskia: Wenn jemand weiterkommt und sagt, ja, die hat gesagt, ich soll mal zu euch kommen,

Saskia: das finde ich sind auch immer sehr wertvolle Rückmeldungen, die wir haben.

Saskia: Und ich höre auch häufig, dass die Leute gerne zu uns kommen,

Saskia: auch weil sie unser Team gut findet und wissen, wir alle können gut beraten.

Saskia: Da bin ich auch immer sehr dankbar, wenn ich auch höre, dass wir als Gesamteam gut funktionieren.

George: Heute haben wir viel über den Beruf Drogistin gehört.

George: Bei uns am Tisch sind gesessen Saskia Nufer und Noemi Knöpfel.

George: Danke, dass wir mit euch reden konnten.

Saskia: Danke auch euch für euer Interesse.

Noemi: Ja, danke vielmals, dass wir hier haben durften sein. Ja, hat mega Spass gemacht.

George: Wenn dich Gesundheit, Natur und Beratung und der Kontakt mit Menschen interessieren

George: tut, dann schau dir mal den Beruf Drogistin und Drogist EFZ einmal genauer an.

Leonie: Danke. Danke. Tschüss, Miteinand.

Saskia, Noemi: Tschüss. Danke euch.

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