1801: Kathrin und Lucy - Spitex Appenzellerland
Shownotes
Zu Beginn wird die Spitex wird von Katrin und Lucy als Organisation beschrieben, die in zehn Gemeinden tätig ist und Menschen zu Hause unterstützt. Zu den Angeboten gehören Pflege und Betreuung, Hilfe bei der Körperpflege, Begleitung im Alltag sowie der Mahlzeitendienst. Spitex kann von allen genutzt werden, wenn ein Unterstützungsbedarf besteht.
Kathrin erklärt, dass sie seit 20 Jahren in der Spitex arbeitet und heute die Ausbildung verantwortet. Sie wuchs auf einem Bauernhof auf und kam schon früh mit älteren Menschen in Kontakt. Neben ihrer Tätigkeit als Pflegefachfrau hat sie die Ausbildung zur Ausbilderin abgeschlossen und begleitet Lernende.
Lucy stellt sich als 19-Jährige in Ausbildung vor. Sie ist in einer Familie mit Bezug zur Pflege aufgewachsen, hat verschiedene Berufe und Einsatzorte kennengelernt und sich nach Schnupperpraktika für die Spitex entschieden. Sie ist auch in der Pfadi aktiv und möchte später die HF zur diplomierten Pflegefachfrau machen.
Zur Ausbildung wird erklärt, dass Bewerbende zuerst ein Motivationsschreiben und den Lebenslauf einreichen, danach schnuppern und später ein Bewerbungspraktikum absolvieren können. Die Schule findet je nach Lehrjahr an unterschiedlich vielen Tagen statt. Der Unterricht wird in der Übungsumgebung in St. Gallen ergänzt, wo praktische Tätigkeiten geübt werden.
Lucy beschreibt ihren Arbeitsalltag mit Einsatzbesprechung am Morgen, Touren zu Kundinnen und Kunden und Rücksprache mit der zuständigen Fachperson. Sie erwähnt, dass sie die verschiedenen Menschen und Wohnsituationen überrascht haben. Schwieriger sei am Anfang der neue Tagesrhythmus gewesen. Eine besondere Erfahrung war ein Einsatz, bei dem sie sich an einer Gartentür die Hand einklemmte.
Kathrin berichtet, dass sich die Spitex in 20 Jahren stark verändert hat: mehr Gemeinden, mehr Mitarbeitende, mehr Einsätze, mehr Administration und mehr Digitalisierung. Gleichzeitig seien die Kundensituationen komplexer geworden, weil Menschen früher aus dem Spital entlassen werden. Heute arbeite die Spitex auch mit spezialisierten Fachpersonen, etwa für Wunden, Palliativpflege und Abklärungen.
Beide betonen die Wertschätzung durch die Kundschaft. Kathrin sagt, dass sie in der Spitex trotz Stress den Vorteil habe, jeweils für eine Person zuständig zu sein. Als wichtig für den Beruf nennen sie Sozialkompetenz, Kommunikation und Empathie.
Credits
- Recherche: Leonie, Johannes, Simon, Schwoegi
- Vorbereitung: Leonie, Johannes, Simon, Elisabeth, Benjamin, Schwoegi
- Aufnahme: Simon
- Optimierung: Schwoegi mit Auphonic
- Schnitt: Schwoegi mit Audacity
- Publikation: Schwoegi
- Foto: Elisabeth
- Original Musik: Yours Story by Diamond_Tunes, https://pixabay.com
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Katrin: Ich glaube, bei uns in der Spitex haben wir immer noch das Glück,
Katrin: dass wir immer von Kunde zu Kunde gehen. Wir sind eingeteilt und wir sind dann
Katrin: in dieser Zeit einfach bei einer Person und für die zuständig.
Johannes: Hallo miteinander, wir sind hier bei der Appenzeller Spitex in Herisau.
Johannes: Mit mir am Tisch sitzen Katrin und Lucy. Hallo miteinander.
Katrin: Hoi miteinander.
Johannes: Neben mir meine Kollegin sitzt noch Leonie.
Johannes: Hoi. Technik wird geleitet von Simon, Fotos werden von Elisabeth geschossen. Ich bin Johannes.
Johannes: Warum entscheiden sich Menschen für einen Beruf, wo man anderen Menschen helfen?
Katrin: Für mich ist es sicherlich sehr gerne Kontakt mit Menschen. und ich finde es
Katrin: sehr spannend, Menschen zu unterstützen, die, die eben Unterstützungsbedarf haben
Katrin: und auch die Beziehung mit den Menschen aufzubauen, zu gestalten,
Katrin: das fasziniert mich unheimlich und ich glaube, das ist auch der Grund,
Katrin: dass ich einen Pflegeberuf gewählt habe.
Lucy: Ich glaube, für mich ist es Sinn und Erfüllung im Lebensalltag,
Lucy: das Gefühl, etwas Positives zu bewirken und das Leben von jemandem positiv beeinflussen
Lucy: durch meine Arbeit, die ich am Tag mache.
Leonie: Kathrin, wer bist du? Erzähl mal von dir.
Katrin: Mein Name ist Kathrin Zuberbühler-Meyer. Ich bin in Hundwil aufgewachsen auf
Katrin: einem Bauernhof mit drei jüngeren Brüdern. Gerade oben im Altersheim.
Katrin: Und bei diesem Altersheim sind immer die Bewohner, die auf unserem Bauernhof
Katrin: spazieren, und die als jeweils Dörfer wieder zurück begleiten ins Heim.
Katrin: Und das war so der Startschuss bei mir, als es den Berufswunsch ausgelöst hat,
Katrin: um in die Pflege arbeiten zu dürfen.
Katrin: Von den Hobbys her, ich war viele Jahre aktiv im Turmverein,
Katrin: habe Jugend geleitet, ich habe Kindertunnen geleitet,
Katrin: bewege mich sehr gerne, bin viel in der Natur aussen und beruflich,
Katrin: nebst dem, dass ich jetzt eben diplomierte Pflegefachfrau bin,
Katrin: habe ich ja dann auch den eidgenössischen Fachausweis gemacht zur Ausbilderin und,
Katrin: freut mich, dass ich so in der
Katrin: Spitexapazellenland unsere Lernenden und Auszubildenden begleiten darf.
Katrin: Das mache ich jetzt seit sechs Jahren, bin ich Ausbildungsverantwortliche,
Katrin: bin aber schon seit 20 Jahren in der Spitex-Aberzellenland tätig.
Leonie: Und du, Lucy, wer bist du? Erzähl mal etwas von dir.
Lucy: Ich bin Lucy River. Ich bin jetzt 19 Jahre alt und bin in der Weltstadt aufgewachsen
Lucy: mit zwei grossen Geschwistern.
Lucy: Meine Schwester arbeitet auch in der Pflege als diplomierte Pflegefachfrau und
Lucy: mein Bruder ist gerade in der Ausbildung zur HF zum Pflegefachmann.
Lucy: Ich glaube, das ist so meine Geschichte, dass meine Schwester immer nach Hause
Lucy: kam und erzählt hat. Was ich den ganzen Tag lang sehe, hat mich dann auch ein
Lucy: bisschen interessiert, in dem Beruf.
Lucy: Ich bin Pfadileiterin, ich bin seit zwölf Jahren in der Pfadi Urstein und mittlerweile als Leiterin.
Lucy: Und bin jetzt in der Ausbildung eigentlich fertig, hier in der Spitex.
Leonie: Welchen Pfadienamen hast du gehabt?
Lucy: In der Pfadi heisst sie Salsa, wie eine Salsa-Sauce.
Leonie: Hast du vor, eine Weiterbildung zu machen?
Lucy: Ja, ich würde gerne die HF machen, also die Hochfachschule zur diplomierten
Lucy: Pflegefachfrau, die Katrin auch gemacht hat.
Johannes: Wer ist eigentlich die Spitex? Und was mache ich dir? Also so, erzähl doch mal.
Lucy: Wir sind hier für alle. Wir haben zehn Gemeinden, die wir abdecken mit ganz
Lucy: verschiedenen Sachen, die wir anbieten. Das ist einerseits natürlich Pflege und Betreuung.
Lucy: Das kann aussehen, dass wir jemandem zu Hause helfen können,
Lucy: wenn er dement ist und vielleicht die Frau posten kann.
Lucy: Dann können wir vorbeikommen und Spiele spielen oder laufen mit dem Angehörigen.
Lucy: Oder die Pflege, wie man es vielleicht kennt, jemandem helfen beim Duschen.
Lucy: Wir haben auch noch den Mahlzeitendienst, wo wir das Essen vorbeibringen können,
Lucy: für die, die vielleicht nicht mehr können oder nicht mehr kochen können.
Johannes: Und wer kann überhaupt alles Spitex benutzen?
Lucy: Spitex kann jeden nutzen, wo der Bedarf da ist für Unterstützung.
Lucy: Das kommt eigentlich nicht darauf an, bei wer, dass ich mir offen bin,
Lucy: um alles ein bisschen abdecken zu können.
Leonie: Lucy, warum hast du dich für die FHG entschieden?
Lucy: Also ich bin ganz viele Sachen schnuppern. Mein erster Schnupperpraktikum war
Lucy: als Landmaschinenmechanikerin.
Lucy: Und da bin ich in drei verschiedene Standorte gegangen und habe gedacht, das ist meine Prüfung.
Lucy: Und dann eben, wie vorher gesagt, meine Schwester hat mir gedacht,
Lucy: gehe ich gleich mal nachschauen und dann bin ich in die Psychiatrie,
Lucy: ins Altersheim, ins Spital und dann in die Spitex
Lucy: und dann so habe ich gemerkt, dass mir da recht gut liegt, den Kontakt mit den
Lucy: Menschen und da füreinander da sein und so habe ich mich dann für die Lehre
Lucy: in den Spitex entschieden.
Leonie: Wenn ich Fäge werden möchte, wie kann ich mich bewerben und kann ich schnuppern kommen?
Lucy: Schnuppern kommen können alle, die wollen. Dafür müssen ihr einfach ein Motivationsschreiben
Lucy: bringen und den Lebenslauf von euch selber.
Lucy: Und dann werdet ihr eingeladen zu einem Tag zum Geschnuppern bei uns.
Lucy: Und wenn euch das dann gefällt, dann dürft ihr Bewerbungsunterlagen schicken
Lucy: für die Lehrstelle. Und dann kommt wie so ein kleines Ereignikums-Praktikum,
Lucy: wo ihr nochmal schauen könnt, ob euch das passt, wo dann drei Tage geht.
Lucy: Und wenn das für euch passt und
Lucy: von uns her auch, dann werdet ihr zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen.
Leonie: Wo und wie viele Mal gehst du zur Schule?
Lucy: Ich bin jetzt im ersten Lehrjahr zwei Tage gegangen, im zweiten auch.
Lucy: Und dann im dritten Lehrjahr geht man nur noch einen Tag in die Schule.
Lucy: Aber es wird jetzt dann neu aufgebaut, so den ganzen Schulstoff und den Ablauf der Ausbildung.
Lucy: Und dann wird man im ersten Lehrjahr zwei Tage gehen, im zweiten eineinhalb
Lucy: und dann im dritten noch einen Tag.
Leonie: Wo gehst du ins UK und was lernst du dort?
Lucy: Den UK habe ich in St. Gallen. Der ist immer an der ODA.
Lucy: Und dort ist das, was wir in der Schule hören, wie wir das machen sollten,
Lucy: haben wir dort Zeit, um das aneinander zu üben. Also an den Mitschülern zum
Lucy: Beispiel, wie man jetzt ein Fuss waschen kann, auf verschiedene Arten, die wir anwenden.
Lucy: Und dann übt man das ein bisschen, bevor man es in der Praxis anwenden kann.
Leonie: Wie sieht dein typischer Arbeitsalltag aus?
Lucy: Mein typischer Arbeitsalltag ist, dass ich am Morgen immer in die Filiale komme,
Lucy: also jetzt hier auf Herisau, und dann hat man immer eine Bezugsperson,
Lucy: die ausgebildet ist und die ist dann für einen da den ganzen Tag.
Lucy: Und dann kann ich dort meinen Tag ein bisschen besprechen, wo ich gehe,
Lucy: was mache ich bei dem, wenn jetzt dort vielleicht etwas schief geht oder etwas
Lucy: anderes ist, wie könnte ich das machen.
Lucy: Und dann nehme ich eigentlich alle meine Sachen mit, die ich brauche,
Lucy: vielleicht Medikamente und dann begebe ich mich auf den Weg zu diesen Menschenheimen
Lucy: und wenn dann etwas wäre, könnte ich einfach immer anrufen oder sagen,
Lucy: hey, kann vielleicht jemand kommen, ich habe das Gefühl, das ist etwas nicht so gut.
Lucy: Und dann komme ich immer wieder zurück und möchte das Besprechen,
Lucy: das man heute gehabt hat.
Leonie: Was hat dich am meisten überrascht, wenn du da hinkommst?
Lucy: Ich glaube, die verschiedenen Menschen, die es gibt, die verschiedenen Persönlichkeiten,
Lucy: die aufeinandtreffen oder wie sie zu Hause wohnen.
Lucy: All die Bilder, die ich sehe, weil ich wie ein Gast bin bei denen zu Hause.
Lucy: Das sind nicht wirklich meine Patienten, sondern unsere Kunden, wie wir sagen.
Lucy: Und da sieht man auf, weil ich glaube, das hat mich ein bisschen überrascht.
Leonie: Was war am Anfang schwierig?
Lucy: Ich glaube, der neue Rhythmus. An der Schule hatte man immer um die Gleichzeit Schule.
Lucy: Und war früher zu Hause. Hat viel Ferien gehabt.
Lucy: Ich glaube, da kam in die Arbeitswelt mit dem neuen Tagesablauf.
Leonie: Hast du auch noch spezielle Geschichten, die du gehört hast oder passiert ist?
Lucy: Also ich habe mal etwas Blöds gemacht. Wir haben auch sogenannte Hauswirtschaftseinsätze.
Lucy: Und dann bin ich zu einer Kundin gegangen. Und sie war nicht zu Hause.
Lucy: Und darum haben sie uns gesagt, wir sollen jetzt einfach durch die Gartentüre
Lucy: gehen. und versuche, die Tür möglichst fest zu ziehen.
Lucy: Also bin ich dann in den Garten und habe ins Haus gelangt und die Tür zu machen
Lucy: wollte. Und nachher habe ich wirklich meine Hand fast abgeklempft und losgelassen
Lucy: und nicht gewusst, dass die Tür blockiert.
Lucy: Und dann ist meine Hand stecken geblieben und ich bin nicht mehr vorne gekommen.
Lucy: Und dann musste ich den Personen anrufen, die für mich zuständig war.
Lucy: Dann mussten sie kommen und die Tür zurück rupfen, damit irgendwie meine Hand
Lucy: rausnehmen kann. Ich glaube, das ist etwas, was mir geblieben ist, ja.
Leonie: Kathrin, was hat sich verändert bei den Kunden und bei den Spitex, seit du hier bist?
Katrin: Ich bin ja jetzt seit 20 Jahren in der Spitex und da hat sich ganz, ganz viel verändert.
Katrin: Angefangen habe ich noch in der Spitex Speicheldrogenwald. Da sind wir einfach
Katrin: in drei Gemeinden unterwegs gewesen.
Katrin: Wir hatten damals zwei Spitex-Auto. Wir sind, glaube ich, zu dritt oder zu vierten
Katrin: pro Tag unterwegs gewesen. Und da hat sich ganz fest verändert.
Katrin: Inzwischen sind wir in zehn Gemeinden unterwegs.
Katrin: Wir sind 40 Mitarbeiter pro Tag, die auf der Tour unterwegs sind.
Katrin: Die 40 Mitarbeiter bewältigen 250 Einsätze pro Tag.
Katrin: Also wir sind in dieser Zeit viel grösser geworden.
Katrin: Was sich sicher verändert hat, ist die Komplexität der Kundensituationen,
Katrin: die wir vor 20 Jahren noch in einfacher Situationen gesehen haben.
Katrin: Wie zum Beispiel die Sachen, die Lucia schon aufgezählt hat,
Katrin: bei Körperpflege, Unterstützung etc.
Katrin: Hat sich jetzt fest verändert. In den Spitälern verlassen die Patienten immer früher.
Katrin: Das heisst für uns als Spitex, dass wir komplexere Situationen haben.
Katrin: Wir machen eigentlich alles, was wir im Spital machen. Wir machen Infusionstherapien,
Katrin: wir verabreichen Sonden.
Katrin: Da müsst ihr euch vorstellen, dass man nicht mehr essen und trinken kann.
Katrin: Es ist ein Schläuch, das durch die Bauchdecke geht.
Katrin: Und durch diese Schläuche verabreichen wir Essen und Trinken.
Katrin: Dann auch verabreichen, zum Beispiel.
Katrin: Wir haben ganz verschiedene Verbandwechsel, die wir machen, auch wirklich komplexere Situationen.
Katrin: Das ist sicher ein Punkt, der sich fest verändert hat und auch ist die Administration,
Katrin: die ist viel grösser geworden als noch vor 20 Jahren.
Katrin: Vor 20 Jahren hatte man noch alles in Papierform gehabt, hat das Wichtigste
Katrin: aufgeschrieben und heute ist alles digitalisiert.
Katrin: Jeder Mitarbeiter hat ein eigenes Tablet,
Katrin: Auf dem Tablet wird die ganze Dokumentation aufgeführt.
Katrin: Es steht darauf, wo die Kunden wohnen, wie man es findet, die Navigation ist
Katrin: darauf installiert, die ganze Pflegeplanung, also alles, was wir bei den Kunden
Katrin: machen, ist auf dem Tablet hinterlegt.
Katrin: Generell haben wir auch mehr Büroleute.
Katrin: Es ist mehr Büroerbe dahinter als noch früher. Noch zu guter Letzt,
Katrin: was sich auch fest verändert hat, ist sicher die Ausbildung.
Katrin: Wir hatten vor 20 Jahren noch Nebel in der Ausbildung, also E,
Katrin: FHG, Fachfrau, Fachmann Gesundheit.
Katrin: Aktuell haben wir 16 in der Ausbildung. Es sind 9 FHG hier, die die Ausbildung absolvieren.
Katrin: Dann gehen wir auch auf der tertiären Stufe, das heisst dann weitermachen,
Katrin: also eben zur diplomierten Pflegefachmann, Pflegefachfrau. Da haben wir zur Zeit fünf Studierende.
Katrin: Was wir immer wieder haben, ist von der Fachhochschule, wo die Pflege studiert,
Katrin: haben wir immer wieder Praktikanten bei uns. Und was wir seit ein paar Jahren
Katrin: ausgebildet haben, ist im kaufmännischen Bereich. Also wir können bei uns auch
Katrin: Kaufmann, Kaufrau die Ausbildung absolvieren.
Katrin: Also ich sehe, in diesen 20 Jahren ist ganz, ganz viel passiert in den Spitex.
Leonie: Sind das positive Veränderungen oder ich habe negative?
Katrin: Also ich würde sagen, es hat ganz viel Positives dabei. Die Pflegequalität hat
Katrin: sich natürlich enorm verbessert.
Katrin: Mit der Grösse, die wir jetzt sind, können wir natürlich auch Mitarbeiter anstellen,
Katrin: die spezialisiert sind.
Katrin: Wir haben bei uns Wundexpertinnen angestellt. Wir haben Suttler,
Katrin: die sich vor allem in Palliativkehren, also bei Menschen, die gegen Ende der
Katrin: Lebensphase sind, sind in diesem Bereich spezialisiert.
Katrin: Dann haben wir auch die, die vor allem für die Abklärung zuständig sind.
Katrin: Das heisst, wenn eine Anmeldung ankommt, dann geht die Person aus dem Fachteam
Katrin: Abklärung vorbei und schaut vor Ort, was der Kunde genau von der Spitex braucht.
Katrin: Und da gab es natürlich früher noch nicht die Spezialisierung.
Katrin: Also da denke ich, es ist sicher viel, viel Gutes passiert.
Katrin: Was vielleicht ein bisschen schwieriger ist, ist halt der ganze Administrativaufwand,
Katrin: der inzwischen ist. Also ich habe noch einen Beruf gelernt, wo ich vor allem
Katrin: wirklich am Bett war, wie in der Pflege, beim Menschen selber.
Katrin: Und jetzt ist es ein Beruf, wo man halt auch recht viel Schreibenarbeit oder Administrativs hat.
Johannes: Wie ist denn das mit dem Stress?
Katrin: Ja, der Stress ist der, den man ja immer ganz fest in den Medien gehört hat.
Katrin: Die Pflege, die springt und springt und immer mehr Druck ausgeliefert ist.
Katrin: Das ist sicher so, das hat sich auch verändert.
Katrin: Ich glaube, in der Spitex haben wir immer noch das Glück, dass wir immer von
Katrin: Kund zu Kund gehen. Wir sind eingeteilt und wir sind dann in dieser Zeit einfach
Katrin: bei einer Person und für die hier zuständig.
Katrin: Und dann gehen wir weiter zu den nächsten.
Katrin: Und ich glaube, das ist ein bisschen anders, in Spital oder Pflegeheimen,
Katrin: da rufen es noch ständig. Wir müssen drei Orte gleichzeitig sehen.
Katrin: Und ich glaube, das ist das, was mir so gut gefällt in der Spitex,
Katrin: wo man wirklich einfach die Zeit hat für diesen Kunden hier jetzt.
Johannes: Wie war dein Weg bis dahin?
Katrin: Nach der Schule habe ich zuerst einmal das Bühler-Kussert-Lehrjahr gemacht.
Katrin: Weil damals erst mit 18 ich durfte im Pflegeberuf einsteigen.
Katrin: Und dann habe ich eine Krankenpflegerin gelernt. Ich habe mich dann weitergebildet
Katrin: zur diplomierten Pflegefachfrau.
Katrin: Anschliessend bin ich dann auf Zürich, habe noch eine höhere Fachausbildung
Katrin: gemacht und mich spezialisiert auf Langzeitpflege. Pflege.
Katrin: Und ich war zuerst nach der Ausbildung tätig im Pflegeheim, habe auch die Stationsleitern
Katrin: Stellvertretung übernommen, nur ganz jungen Jahre.
Katrin: Und mir jetzt aber immer in die Spitex gezogen. Und in den Spitex durfte ich
Katrin: immer auch Lernende begleiten.
Katrin: Ich war als Berufsbildnerin tätig und habe dann irgendwie gefunden,
Katrin: es wäre schon noch spannend, mich in diesem Bereich noch mehr zu vertiefen und
Katrin: noch mehr zu lernen dazu.
Katrin: Und habe dann das eidgenössische Fachausweis als Ausbilderin absolviert.
Katrin: Und der Zufall wollte, als ich die Ausbildung abgeschlossen habe,
Katrin: dass die Stellausbildungsverantwortung dort bei TEX frei wurde.
Katrin: Und so bin ich, ohne dass ich es eigentlich gesucht habe, in diese Rolle nie gerutscht.
Johannes: Wie hat es dir angefühlt, als du hier einfach so gearbeitet hast?
Katrin: Ja, natürlich sehr gut. Als ich gemerkt habe, dass meine Passion auch richtig ausbilden geht.
Katrin: Ja, ich kann eigentlich jetzt von mir sagen, ich habe einen Traumberuf gefunden.
Katrin: Und auch meine Traumtätigkeit. Ich fühle mich sehr wohl und mir macht es sehr,
Katrin: sehr Freude, die Lernenden zu begleiten.
Katrin: Auch jeder Lernende, jede Lernende ist anders, braucht anderswo Unterstützung.
Katrin: Jeder hat andere Stärken und Schwächeren und jedes darf einen zu begleiten und
Katrin: zu unterstützen, was es braucht, ist doch eine sehr interessante Aufgabe.
Johannes: Was macht ein guter Lernender oder eine gute Lernende aus?
Katrin: Ja, ich glaube, ich kann es nicht gerade so generell sagen, was ist gut und schlecht.
Katrin: Also ich sage, jeder Lernende hat eigentlich seine Qualitäten,
Katrin: seine Stärken, seine Schwächen.
Katrin: Aber was sicher natürlich jetzt gerade im Pflegeberuf ganz wichtig ist,
Katrin: ist natürlich die Sozialkompetenz. Also die Lernenden müssen gute Kommunikationsfähigkeiten
Katrin: haben, sie müssen gut eine Beziehung aufbauen zu unseren Kunden und Kundinnen.
Katrin: Und was ganz Ein ganz wichtiger Teil ist auch die Empathie, also einfühlsam
Katrin: auf Mitmenschen eingehen.
Katrin: Und das macht es genau aus, was dann ein guter Lernender oder gute Lernende ist.
Johannes: Hast du auch noch irgendwelche speziellen Geschichten?
Katrin: In all diesen Jahren bin ich natürlich in ganz, ganz viele verschiedene Häuser
Katrin: und Wohnungen gekommen.
Katrin: Es gab mal eine Situation, in der ich auf einem abgelegenen Bauernhof durfte
Katrin: vorbeigehen, wo es keine Strasse dorthin gab. Wir mussten dann auch mal Gummistefel
Katrin: anlegen, um dorthin zu kommen.
Katrin: Es gab auch kein warmes Wasser im Haus. Wir mussten immer noch das Wasser warm
Katrin: machen, bevor wir in der Körperpflege unterstützen konnten.
Katrin: Und dann gibt es aber auch andere Häuser oder Wohnungen, die sehr modern sind, modern eingerichtet.
Katrin: Einmal war ich auch in einer Wohnung, die noch eingerichtet war,
Katrin: wie im 19. Jahrhundert, so 1870, mit grossen, schweren Möbeln.
Katrin: Alles war dunkel, mit grossen Bildern und Porträt an der Wand.
Katrin: Badwanne, die auf Stelzen stand, mit goldenen Händen.
Katrin: Das fasziniert mich schon, um verschiedene Menschen zu besuchen und zu begleiten
Katrin: in ganz unterschiedlichen Wohnräumen zu dürfen.
Johannes: Was würden viele Menschen über euren Beruf falsch einschätzen?
Katrin: Was ganz viel falsch eingeschätzt wird, ist so, Spitex hat ja immer noch so
Katrin: ein bisschen das verstaubte Image. Viele Menschen haben noch das Gefühl,
Katrin: ja, Spitex kommt ein bisschen vorbei und dort alte Menschen,
Katrin: Duschen, Kompressionssträmpfehlungen etc.
Katrin: Das ist das, was ich auch vorher schon gesagt habe, es ist viel komplexer geworden.
Katrin: Man hat wirklich alles, was man im Spital macht, machen wir eigentlich auch
Katrin: daheim in der häuslichen Umgebung.
Katrin: Das ist auch unsere Aufgabe, das jetzt noch ausser zu zeigen und auch die Leute
Katrin: aufzuklären, dass wir eigentlich ganz, ganz viel Verschiedenes machen.
Leonie: Wer gibt euch den Beruf zurück?
Lucy: Ich glaube, wenn man einen Beruf zurückgibt, den ich vor allem manchmal merke,
Lucy: die heisste Dankbarkeit und den Aufrechten, wenn sie erzählen,
Lucy: was für eine wichtige Bezugsperson ein vielleicht auch als Lernende für diese Person sein kann.
Lucy: Die Freude, wenn es gehört, dass Frau Rieferkund wieder die eigenen Traditionen,
Lucy: die man mit den Kunden hat, die so dankbar sind dafür.
Leonie: Und du, Kathrin?
Katrin: Ja, es ist schon die Wertschätzung, die wir dann auch spüren dürfen bei diesen
Katrin: Einsätzen. Und wie es Lucy sagt, die Dankbarkeit, das geht einem enorm viel.
Katrin: Und ich glaube, das ist auch der Grund, dass wir zwei im Pflegeberuf sind.
Johannes: Möchtet ihr noch ein bisschen mehr Abweich machen?
Katrin: Ja, sehr gerne. Also ein Pflegeberuf in der Spitex ist ganz ein abwechslungsreicher Beruf.
Katrin: Und wenn nebenbei auch gerne von Russen unterwegs ist, die Lernenden sind mit
Katrin: E-Bike unterwegs, wenn man gerne in der Natur ist, dann ist man in der Spitex
Katrin: genau richtig, um einen Pflegeberuf zu erlernen.
Leonie: Ja, da wäre es auch schon gewesen. Also wir haben schon gehört,
Leonie: wie der Arbeitsalltag ist und wir erlebten auch viele Geschichten und wir können
Leonie: auch den Traumbberuf finden.
Leonie: Wir sind hier mit Katrin, Lucy, Simon, Johannes, Elisabeth und mir.
Leonie: Danke, dass ihr euch Zeit genommen habt.
Lucy: Danke euch.
Katrin: Danke euch für das Interesse.
Leonie: Wenn du also gerne mit Menschen arbeitest und gerne auch Abwechslung hast,
Leonie: dann solltest du einen Gesundheitsberuf wie FaGe wie der Spitex anschauen.
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