1609: Margrith - Jg. 1942 (83)

Shownotes

Margret erzählt, dass sie Jahrgang 1942 ist und 83 Jahre alt. Das Gespräch findet an der Freizeitarbeitenausstellung 2026 im Oberstufenzentrum Gais statt. Sie berichtet, dass ihr Mann im November 2024 gestorben ist.

Nach der Schulzeit besuchte sie eine Haushaltsschule in Saint-Légier, die es heute nicht mehr gibt, und absolvierte danach ein Haushaltjahr. Anschliessend lernte sie Verkäuferin. Sie sagt, dass dies in ihrer Zeit normal gewesen sei und Frauen damals nur wenige Berufsmöglichkeiten gehabt hätten.

Während der Lehre arbeitete sie in einer Drogerie mit Lebensmitteln und schloss in diesem Bereich ab. Sie beschreibt die Ausbildung als deutlich anders als heute: Man lernte viel praktisch im Betrieb, hatte einmal pro Woche Schule und füllte unter anderem Flaschen mit Öl und Zucker ab. Den Lehrberuf ordnet sie klar als weiblich geprägt ein.

Zur Berufswahl sagt Margret, dass ihre Eltern einen Verkauf im Zusammenhang mit dem Familienbetrieb schätzten. Sie selbst habe gerne mit Menschen zu tun gehabt und sich gut unterhalten können. Nach der Heirat und zwei Kindern unterbrach sie die Erwerbsarbeit.

Später arbeitete sie in einer Alterssiedlung im Mittagessen-Service und in der Küche. Diese Stelle habe sie zufällig gefunden, fast „unter der Hand“, und sie habe diese Arbeit sehr gerne gemacht. Sie betont den Kontakt zu den Menschen und dass sie dort viel geben und auch viel zurückbekommen habe.

Margret sagt, sie könne nicht klagen und es gehe ihr gut. Sie hat fünf Grosskinder und eine Urenkelin. Auf die Frage nach einem Rat für junge Frauen sagt sie, dass man bei Konflikten nicht gleich davonlaufen solle, sondern versuchen müsse, darüber zu reden.

Credits

  • Recherche: Quiana
  • Vorbereitung: Quiana
  • Aufnahme: Margrith, Quiana
  • Optimierung: Schwoegi mit Auphonic
  • Schnitt: Schwoegi mit Audacity
  • Foto: Schwoegi
  • Original Musik: Bluemillenium Abiotic, https://dig.ccmixter.org

Transkript anzeigen

Margrith: Ja, dass sie nicht gerade gerade den Löffel vor schiessen, wie man so Banditsch sieht.

Quiana: Hoi zusammen, wir sitzen wieder in unserer Kabine an der Freizeitarbeit-Ausstellung

Quiana: 2026 im Oberstufenzentrum Geiss.

Quiana: Ich bin Quiana und vis-à-vis von mir sitzt Margret. Herzlich willkommen, schön bist du da.

Margrith: Danke.

Quiana: Ich habe vorher schon mit dir ein bisschen reden dürfen und es hat sehr spannend

Quiana: gekonnt. Darf ich fragen, wie alt du bist?

Margrith: Ja, ich habe Jahrgang 42. 83 Jahre.

Quiana: Ich nehme an, früher war einiges anders, oder?

Margrith: Und dann auch mir, ja.

Quiana: Wie war es bei dir so, Berufswahlmässig? Wie ist das abgelaufen bei dir?

Margrith: Also, nach der neun Jahre Schule ist mein zweites. Ich war in einer Haushaltungsschule.

Margrith: Saint-Légier-Opveve. Das gibt es heute nicht mehr. Das hat die Okanissinnen geleitet.

Margrith: Nachher habe ich ein Haushaltjahr gemacht, weil es ja gerne geheissen hat,

Margrith: den Haushalt muss man können, du heiratest zwar viel so früh,

Margrith: oder? Das war zu mir Zeit so.

Quiana: Dann war das normal in dem Fall.

Margrith: Ja, ja. Und dann habe ich Verkäuferin gelernt und dann habe ich meinen Angelehrer

Margrith: kennen und jetzt muss ich gerade rechnen, sind es dann gerade 60 Jahre.

Margrith: Wow. Wir haben wir heiratet. Und er ist leider im November 24 verstorben.

Margrith: Ich kann das Fest nicht mehr feiern.

Quiana: Oh, das ist sehr traurig. Auf diesem Fall hatten Sie eine schöne Zeit zusammen.

Margrith: Ja, sehr.

Quiana: Und als Verkäuferin, wo haben Sie da gearbeitet?

Margrith: Ich habe in einer Drogerie gearbeitet mit Lebensmitteln. Ich habe dann auf Lebensmitteln

Margrith: abgeschlossen. Den Beruf.

Margrith: Oder das hat verschiedene, wie sieht man, oder Mode war es gewesen,

Margrith: Schuhe war es gewesen und ich habe auf Lebensmitteln abgeschlossen.

Quiana: Ah, okay, also wie bereichert. Ja. Wie hat die Ausbildung damals ausgesehen?

Quiana: Wie kann man sich das vorstellen?

Margrith: Das war natürlich ganz anders als heute. Also wir sind Gewerbschutz.

Margrith: Ja, wir haben Mängs gelernt.

Margrith: Der Kunde ist König. Und man hat noch Flaschen aufgefüllt mit Öl oder was man alles hatte.

Quiana: Aha, so Glasflaschen.

Margrith: Ja, ja, ja, ja. Zucker hat man auch noch in seiner Zeit abgefüllt.

Quiana: Oh ja, das war etwas anderes.

Margrith: Das war etwas anderes dann, ja.

Quiana: Also bist du während der Ausbildung die ganze Zeit in der Schule gesessen oder

Quiana: bist du auch schon im Betrieb gewesen und hast gearbeitet? Nein, nein. Wie war das?

Margrith: Nein, nein, man hat einmal in der Woche Schule gehabt. und sonst war es immer im Lehrbetrieb.

Quiana: Ah, okay, dann ist das wie heute eigentlich, so von der Lehre?

Margrith: Ja, das ist ungefähr so, ja.

Quiana: Schön, recht in Parallele. Und

Quiana: sind da hauptsächlich Frauen oder Männer in diesem Beruf tätig gewesen?

Margrith: Ah, das waren nur Frauen. Also Verkäufer hat es dann noch nicht so gegeben.

Quiana: Dann ist das so von den Frauen dominiert gewesen.

Margrith: Ja, die Frauen haben auch nicht so eine grosse Auswahl gehabt.

Margrith: Danach etwas konnte man nicht lernen. Ja, und ich bin auf dem Land aufgewachsen.

Margrith: Also fast das hängeste Mammitaug.

Quiana: Wird es denn noch etwas anderes zur Auswahl gegeben für Sie?

Quiana: Hätten Sie noch andere Möglichkeiten gehabt?

Margrith: Es war einfach schon ein bisschen nicht so einfach zu dieser Zeit.

Margrith: Das KV konnte man zum Beispiel machen. Das hat meine Schwester gelernt.

Margrith: Und die andere Schwester hat damals nicht erheblich gelernt.

Quiana: Spannend. Gibt es einen Grund, warum Sie Verkäuferin ausgewählt haben?

Margrith: Also meine Eltern haben geäßt, meine Käseerein gehören.

Margrith: Und da hat man auch Sachen verkauft. Ich war gerne Leute umgesehen und ich bin

Margrith: auch eine die sich gut unterhalten mit den Leuten, oder?

Margrith: Ich bin nicht eine, die sich verkleucht.

Quiana: Dann haben Sie bis zu Ihrer Pension als Verkäuferin gearbeitet?

Margrith: Nein. Ich habe nach der Hyatt mit zwei Kindern und habe mich dann bauen lassen.

Margrith: Und nachdem die Kinder ausgeflogen sind, bin ich dann ins Altersheim,

Margrith: in der Alterssiedlung, habe über Mittag gearbeitet beim Mittagessen oder den

Margrith: Leuten das Mittagessen serviert. oder in der Küche gearbeitet, mich einfach abtuscht.

Quiana: Ah, mega spannend.

Margrith: Es war ein schöner Posten.

Quiana: Wie bist du dazu gekommen?

Margrith: Wir haben einfach am richtigen Ort etwas gesehen. Es war fast ein bisschen unter der Hand. Ah, okay.

Quiana: Das hast du gerne gemacht?

Margrith: Sehr. Das haben wir auch viel gegeben. Ich konnte diesen Leuten auch viel geben.

Margrith: Das haben wir auch viel zurückgegeben. Und es war ja niemand mehr zu Hause.

Margrith: Da waren sie ausgeflogen. und der Mann ist gearbeitet, morgens ging und nach Hause kam.

Quiana: Ich meine, dann hast du auch wieder recht Kontakt zu Leuten gehabt,

Margrith: Oder? Ja, ja, ja.

Quiana: Dort warst du nachher bis zum Schluss?

Margrith: Ja, bis zur Pensionierung.

Quiana: Wow. Das ist schön beeindruckend, wirklich. Du hast auch einen schönen Karriereweg gemacht.

Quiana: Du meinst dort angefangen, nachher bist du da rausgekommen.

Margrith: Ja, ja.

Quiana: In diesem Fall bist du zufrieden, so wie es gelaufen ist.

Margrith: Ja, also ich darf nicht klagen. Und mir geht es auch gut.

Quiana: Das freut mich sehr für dich.

Margrith: Nein, wenn man sieht, was auf der Welt geht. Wir dürfen doch nicht klagen.

Quiana: Nein, auf keinen Fall.

Margrith: Nein, ich habe flotte Grosskind und fünf Grosskind und jetzt eben auch eine Urgrosson.

Quiana: Ja genau, das haben wir gerade gesehen, was sie hier sind. Ja. Das ist auch schön.

Margrith: Ja.

Quiana: Ja, cool. Gibt es etwas, was du den Frauen, den jungen Frauen von heute mit

Quiana: auf den Weg geben möchtest? Etwas, was du ihnen sagen möchtest?

Margrith: Ja, dass sie nicht gerade gerade den Löffel vorzuschießen, wie man so Berndutsch sagt.

Quiana: Ich komme jetzt gerade nicht aus Bern. Was genau bedeutet das?

Margrith: Einfach, wenn man irgendwie einen Zusammenstoss hat oder so,

Margrith: dass man doch versucht, darüber zu reden und nicht gerade davon läuft.

Quiana: Das ist ein sehr schöner Wort. Danke vielmals. Bitte. Danke vielmals für das

Quiana: Gespräch. Es hat mich sehr gefreut.

Quiana: Und noch einen ganz schönen Tag mit deiner Familie.

Margrith: Merci.

Quiana: Tschüss, Margrit.

Margrith: Salut.

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