1606: Hansjörg - Leben mit Menschen und der Natur
Shownotes
Im Interview spricht Hansjürg über seinen beeindruckenden Werdegang, der in seiner Kindheit auf einem Bauernhof begann. Aufgewachsen in Speicher, Schweiz, wuchs er in einer Umgebung auf, in der Landwirtschaft und Gemeinschaftsarbeit zentrale Themen waren. Seine Eltern betrieben ein Bürgerheim, in dem sowohl Männer als auch Frauen lebten und alle im Familienbetrieb mitarbeiteten. Diese Erfahrungen prägten ihn und führten zu der Entscheidung, selbst Landwirt zu werden. Die ersten Jahre verliefen traditionell, mit der Nutzung von Pferden und Wagen für die landwirtschaftlichen Arbeiten. Doch die Sicht auf die Landwirtschaft änderte sich, als er während seiner Lehre neben dem Vaterland auch die französischsprachige Schweiz kennenlernte, was ihn dazu inspirierte, verschiedene Ansätze in der Landwirtschaft zu erkunden.
Seine Lehre als Landwirt absolvierte Hansjürg an zwei verschiedenen Orten, darunter ein Jahr in der Westschweiz, wo er nicht nur Französisch lernte, sondern auch einen Einblick in die dortige Landwirtschaft mit grösseren Betrieben und einem anderen Umgang miteinander bekam. Dies öffnete ihm neue Horizonte hinsichtlich der Möglichkeiten in der Landwirtschaft, auch im Vergleich zu seiner Heimatregion. Seine Faszination für verschiedene Anbaumethoden und die damit verbundene Landschaft war prägend für seine Sichtweise auf die Landwirtschaft und das Leben.
Nach seiner Ausbildung entschied er sich für eine landwirtschaftliche Fachschule und erweiterte sein Wissen in einem Kibbutz in Israel, wo er die kollektive Arbeitsweise der Landwirtschaft intensiv kennenlernen konnte. Diese Erfahrungen führten ihn zurück zur Praxis, und er arbeitete anschliessend als Landwirtschaftslehrer, wo er jungräumige Landwirte unterrichtete und in der Beratung tätig war. Ein Wendepunkt in seiner Karriere war die Arbeit in einem Drogenrehabilitationszentrum, wo er mit einem besonderen Personenkreis arbeiten durfte. Hier nutzte er seine Kenntnisse aus der Landwirtschaft zur therapeutischen Unterstützung von Drogenabhängigen.
Hansjürg beschreibt diese Zeit als eine Lebensschule, in der er nicht nur den Klienten half, sondern auch viel über die Herausforderungen ihres Lebens lernte. Seine Fähigkeit, verschiedene Menschen zu erreichen und mit ihnen zu kommunizieren, war fester Bestandteil seiner Arbeit. Diese Kompetenzen hat er sich durch seine vielfältigen Erfahrungen und konstanten Weiterbildungsmaßnahmen angeeignet. Er berichtet, dass er stets versucht hat, sein Wissen zu erweitern, sei es durch Bücher, Gespräche mit Fachleuten oder durch das Internet.
Mit der Zeit wechselte er erneut seine Richtung und arbeitete in den letzten zehn Jahren in einer Waldschule, wo er Kindern und Erwachsenen die Bedeutung von Naturschutz und Biodiversität näherbrachte. Dabei fiel ihm auf, dass die heutige Jugend im Vergleich zu früher weitreichendere Kenntnisse über die Natur hat, oft durch ihre Eltern oder Grosseltern, die ihnen die Natur näherbringen. Dies zeugt von einem gestiegenen Bewusstsein für Umweltfragen und einem anderen Zugang zur Natur im Bildungssystem.
Auf die Frage nach seinen besonderen Fähigkeiten, die zu seinem Erfolg beigetragen haben, hebt Hansjürg seine Vielseitigkeit hervor. Er ist nicht nur in der Lage, mit Computern zu arbeiten, sondern kann auch handwerkliche Fähigkeiten anwenden und hat ein gutes Gespür für den Umgang mit Menschen, insbesondere mit sozial benachteiligten Gruppen. Der Kern seiner Philosophie beruht auf Offenheit und der Bereitschaft, mit anderen zu kommunizieren. Dies hat ihm geholfen, in allen seinen Tätigkeiten erfolgreich zu sein.
Abschliessend bietet Hansjürg wertvolle Einsichten über die Bedeutung von Offenheit und Interesse im Lebenslauf. Diese Herangehensweise, kombiniert mit der Bereitschaft, mit anderen zu lernen und zu wachsen, wird als Schlüssel für persönliche und berufliche Erfüllung genannt. Seine Erfahrungen sind eine ermutigende Erinnerung daran, dass wir durch Neugier und den Austausch mit anderen die besten Lösungen finden können.
Credits
- Recherche: Quiana, Regula
- Vorbereitung: Quiana, Regula
- Aufnahme: Hansjörg, Quiana, Regula
- Optimierung: Schwoegi mit Auphonic
- Schnitt: Schwoegi mit Audacity
- Grafik: Schwoegi mit Dall-e
- Publikation: Schwoegi
- Original Musik: Smooth city living, https://www.purple-planet.com
Transkript anzeigen
Hansjörg: Wenn man da ein wenig offen ist für etwas oder Lösungen und für die Menschen,
Hansjörg: dann findet man auch gute Gespräche und gute Gegenüber und plötzlich macht Klick
Hansjörg: und merkt, ah genau, da könnt' ich, da könnt' sie.
Quiana: Hallo zusammen, wir befinden uns hier an der Freizeitarbeitenausstellung 2026,
Quiana: organisiert von den beiden Appenzell im Oberstufenzentrum in Gais.
Quiana: Ich bin Quiana, mit mir sitzt hier die Regula und wir reden jetzt mit Hans-Jürg.
Quiana: Wir haben schon erfahren, du hast sehr viel gemacht, was sehr spannend ist.
Quiana: Und du hast ja als Landwirt gestartet, oder?
Hansjörg: Genau, ja. Ich bin auf einem Bauernhof aufgewachsen, und zwar im Speicher.
Hansjörg: Meine Eltern haben dort ein Bürgerheim geführt.
Hansjörg: Wir hatten etwa 30 Leute, Frauen
Hansjörg: und Männer. Und dann haben auch alle mitgearbeitet auf dem Bauernhof.
Hansjörg: Und für mich war es eigentlich als kleiner Junge schon klar,
Hansjörg: dass ich von Bauern werde.
Hansjörg: Und das habe ich immer für euch gemacht. Wir haben das mit dem Ross gemacht.
Hansjörg: Mit Ross und Wagen sind wir in den Wald, wir haben gehalten.
Hansjörg: Und dann irgendwann kam die Zeit von den Traktoren.
Hansjörg: Ich war hier gerade so im Seckalter. er gesehen. Das ist ein Traktor,
Hansjörg: der ist natürlich auch etwas sehr faszinierendes zu sehen.
Hansjörg: Aber ich habe sehr gerne mit dem Rost gearbeitet, wenn der ein guter,
Hansjörg: starkes Rost hatte, der Hector.
Hansjörg: Der hat mich geprägt, also mir hat das ziemlich geprägt, auch alle Leute,
Hansjörg: die dort so mitgearbeitet haben.
Hansjörg: Und dann habe ich die Lehre gemacht, als Bauern. Das war das Mal in zwei Lehrjahre
Hansjörg: gemacht. Eines habe ich in Zwill gemacht und das andere im Welschland.
Hansjörg: Ich wollte noch mal Französisch lernen.
Hansjörg: Obwohl ich den ersten Monat, als ich im Welschland war, war ich eigentlich kein Wort verstanden.
Hansjörg: Ich habe immer gelesen, dann gelesen, dann gelesen und über einen Monat ging
Hansjörg: es, plötzlich ist es gegangen.
Hansjörg: Plötzlich habe ich es verstanden und dann habe ich dort eine ganz andere Art
Hansjörg: von Bauern kennengelernt.
Hansjörg: Also mit Ackerbau, Zuckerrüben haben wir gehabt, Getreide und also der Umgang
Hansjörg: untereinander ist ganz anders wie da bei uns in der Ostschweiz.
Regula: Also was heisst ganz anders? Also ist man rauchen oder einfach...
Hansjörg: Ja, also die Sprache ist anders. Die haben viel grössere Betriebe.
Hansjörg: Das war dort ein grosser Betrieb. Und das war dort normal.
Hansjörg: Die Kühe sind anders. Wir hatten Simmentaler-Kühe.
Hansjörg: So zumal hat man da vor allem Brüffi gehabt. Und dann so der Umgang miteinander
Hansjörg: finde ich eher feiner. Feiner?
Hansjörg: Als Sprache. Ich finde eigentlich sehr eine feine Sprache.
Hansjörg: Fast feiner als Deutsch.
Regula: Und was hat dir so besser gefallen, also das, was wir jetzt hier haben,
Regula: oder das, was du dort im Welsch gesehen hast?
Hansjörg: Das hat mir dort schon gefallen. Also der Grossbetrieb, drei Traktoren,
Hansjörg: die fliegen und Ecken auf den Acker, das ist etwas völlig Neues gesehen.
Hansjörg: Und dann die Landschaft, die Landschaft, die hat mir das gefallen,
Hansjörg: dort, so die Felder, dort auch gegen Jura, mein Fähl auf einem Alkheim Jura.
Hansjörg: Einfach zu einem anderen hat mir immer gefahren. Mir hat es eigentlich immer
Hansjörg: fasziniert, immer wieder etwas anderes zu sehen und kennenzulernen.
Regula: Also nachher hat sie ihn aber doch wieder zurückgezogen, da in die Ostschweiz.
Hansjörg: Nachher habe ich die landwirtschaftliche Schule gemacht, in Flanwil. Das waren zwei Winter.
Hansjörg: Und dann bin ich noch in einem Kibbutz auf Israel. Das hat man da so gemacht.
Hansjörg: In dieser Zeit ist man so für die vier, fünf, sechs Wochen in einem Kibbutz auf Israel.
Hansjörg: Das sind grosse Bauernhöfe. Aha. Also das habe ich schon gehört.
Regula: Nein, Sie haben jetzt vielleicht nichts gehört. Nein, ich habe gehört.
Hansjörg: Nein, ah. Ja. Das sind grosse, das sind ganze Dörfer. Ja. Und die arbeiten alle
Hansjörg: miteinander. Die sind einfach alle miteinander im Bauernhof und dort konnte
Hansjörg: man einfach mitarbeiten.
Hansjörg: Das hat mich sehr fasziniert, wie die das dort so gemacht haben.
Hansjörg: Und nachher habe ich einen Sommerzaube gesehen, in einem Käsent,
Hansjörg: im Terminatal, also das Fettis, im Fettmereig.
Hansjörg: Das hat mir abgefahren, das war auch wieder etwas völlig anderes.
Hansjörg: Und dann habe ich das Landwirtschaftliche Technikum gemacht.
Hansjörg: Heute sagt man Fachhochschule. Das ist eine Fachhochschule, so in Beweich Landwirtschaft.
Hansjörg: Ich kam in Zorikofen, habe ich das Landwirtschaftliche Technikum gemacht und
Hansjörg: dann bin ich wieder auf Appenzell Innerrode.
Hansjörg: Du kannst vielleicht auch von Appenzell Innerrode. Nein, Ausserrode. Du bist Ausserrode? Ja.
Hansjörg: Aber ich war auch bei den Innerroden und habe dort als Landwirtschaftslehrer gearbeitet.
Hansjörg: Ich habe keine Bauernlehrlinge, sie sind zu mir in die Berufsschule gekommen
Hansjörg: und Bauernberatung habe ich gemacht. Etwa vier, fünf Jahre habe ich das gemacht.
Hansjörg: Und dann habe ich wieder etwas völlig anderes gemacht. Dann bin ich in Jura,
Hansjörg: auf Bielup, auf Leibringen, in ein Drogenrehabilitationszentrum.
Hansjörg: Da hatte es etwa 40 Drogenabhängige, also Heroinabhängige.
Hansjörg: Also nach meinem Zug sind die zu uns gekommen und ich habe dort den Bauern aufgeführt.
Hansjörg: Mit einer Gruppe, vielleicht etwa fünf, sechs Leute, haben wir gebauret,
Hansjörg: wir hatten verschiedene Tiere, einen grossen Garten,
Hansjörg: Das war für mich eine echte Lebensschule, mit diesen Leuten zu arbeiten.
Hansjörg: Das waren für mich als Beruf völlig andere Leute, an was ich mich gewohnt war.
Hansjörg: Mit denen den Rand zu finden und den Betrieb einzuführen, dass das auch therapeutisch
Hansjörg: wirkt für die und dass die etwas lernen und möglichst eine Wegkämung von den
Hansjörg: Drogen, da habe ich eine sehr grosse Herausforderung gefunden.
Hansjörg: Aber ich habe es gut gehabt. Das war für mich eine total gute Zeit.
Hansjörg: Und ich habe das Gefühl, für die Leute, die dort bei mir gearbeitet haben,
Hansjörg: habe ich das Gefühl, ich habe das Gefühl, ich hätte gerne dort auf dem Bauernhof gearbeitet.
Regula: Also hast du für sie eben gewisse spezielle Ausbildung gehabt?
Regula: Oder hast du einfach mal sie irgendwie anmelden? Oder wie ist es dazu gekommen,
Regula: dass die Leute dann wie kommen da?
Hansjörg: Das war eine Institution. Und neben dem Bauernhof hat es auch noch andere Betriebe.
Hansjörg: Da gehört man eigentlich schon in der Reihe.
Hansjörg: Das ist von dort aus organisiert gewesen. Aber zu meiner Zeit,
Hansjörg: das war schon vor 40 Jahren, gesehen, das ist noch nicht als ein Billet gebraucht.
Hansjörg: Und ein Diplom. Das ist unser grosser Vorteil.
Hansjörg: Ich müsste irgendwo eine Ausbildung machen als Arbeitsagor. Das sollte man auch schaffen.
Hansjörg: Das Mal als Bauern mit dieser Ausbildung, die ich gemacht habe,
Hansjörg: konnte man mit diesen Leuten arbeiten.
Hansjörg: Man hat sich dann selber das Reignen und hat Menschen ein bisschen Weiterbildungen
Hansjörg: gemacht oder Leute, die mich begleitet haben.
Hansjörg: Aber die ganze Zeit habe ich mich immer selber weitergebildet.
Regula: Also einfach so Kiosk besucht oder Bücher gelesen?
Hansjörg: Ja, Bücher gelesen. Bis dann ins Internet kam, ich war ja bei 40,
Hansjörg: die dann die ersten Computer kamen. sind.
Hansjörg: Da habe ich auch noch Widerstände gehabt im Computer. Ich dachte,
Hansjörg: das mache ich noch mit der Schreibmaschine, der Schreib von Hand.
Hansjörg: Das ist mir auch klar, das geht auch nicht. Und dann habe ich angefangen,
Hansjörg: mit dem Computer zu arbeiten.
Hansjörg: Und dann merkte ich, ohne den geht es ja nicht. Weil ich habe mit dem Unterwesen
Hansjörg: selbstständig gemacht.
Hansjörg: Ich habe selber ein Büro gefahren mit einem Atelier, wo ich Ausstellungen gemacht
Hansjörg: habe, jetzt so die letzten 30 Jahre.
Hansjörg: Ausstellungen im Bereich Datenbau und Landwirtschaft.
Hansjörg: Auch dort habe ich mich selber weitergebildet.
Hansjörg: Ich habe immer geschaut, dass ich Fachleute finde, die ich fragen kann,
Hansjörg: wie würdest du das machen?
Hansjörg: Oder was sind die wichtigsten Erkenntnisse?
Hansjörg: Von dem, was du machst, also wenn ich zum Beispiel eine Herdöpfelausstellung
Hansjörg: gemacht habe, dann bin ich zu jemandem, der auf Herdöpfel geforscht hat.
Hansjörg: Dann habe ich ihn einfach mal eine Stunde, zwei gefragt, was sind die wichtigsten
Hansjörg: Erkenntnisse, die die Leute wissen müssen. Ich bin an der Schaqaar.
Regula: Also du hast recht viel ausprobiert. Und das hat dann nicht geklappt mit der
Regula: Ausstellung, einfach diese Fragen.
Regula: Hast du selber auch ein Wissen gehabt, dass das so gut geklappt hat?
Hansjörg: Schon, ja. Ich hatte ein bisschen Grundwissen, aber ich wollte auch immer die
Hansjörg: meisten Informationen. Und so hilft ich einfach wieder googeln. Ja.
Hansjörg: Und ich bin einfach dazu, weil ich gewusst habe, der ist ein Fachspezialist
Hansjörg: auf Herdeppel oder auf die Preide oder auf den Gebieten, wo ich eine Ausstellung auch machen wollte.
Hansjörg: Und dann habe ich gewusst, wenn ich immer sage, wenn du in zehn Sätzen das Wichtigste
Hansjörg: von dem, was du weisst, müsstest sagen, was ist das.
Hansjörg: Dann habe ich es auch in einer Ausstellung, wo wir immer die Kernbotschaften,
Hansjörg: die wir ausgeschöpfen, oder?
Hansjörg: Und ich habe es dann einfach noch umgesetzt mit Fotos, mit Bildern,
Hansjörg: mit Objekten, also auch 3D-Objekten.
Hansjörg: Und auch in einer Sprache formuliert, dass es den gewöhnlichen Besucher,
Hansjörg: wie es Besucher da hat, in dieser Freizeit-Ausstellung, dass die das verstehen. Und.
Quiana: In diesem Fall ist es aber schon länger her, dass du selber Lernende ausgebildet hast.
Hansjörg: Ausgebildet habe ich eigentlich vor allem dort, wo ich mit den Drogenabhängigen
Hansjörg: gearbeitet habe, in die Eingeführte des Bauern.
Hansjörg: Nachher habe ich dann mehr mit Freelancer gearbeitet, wo ich einfach dann einmal
Hansjörg: nachgenommen habe oder gezeigt habe, wie man Sachen machen muss.
Hansjörg: Aber selber Lehrlinge oder Lehrtechter ausgebildet habe ich eigentlich nichts.
Hansjörg: Auch hier natürlich die Zellenröte, die ich in die Schule gehe habe.
Hansjörg: Berufsschule, der Bauernlehrling. Mit dem habe ich immer etwas zu tun gehabt.
Hansjörg: Da habe ich auch immer die Prüfungen abgenommen.
Hansjörg: Das war etwa 1980.
Hansjörg: Seit hier immer.
Hansjörg: Und jetzt als letztes Dienst habe ich auch noch wieder mit Schülern gearbeitet.
Hansjörg: Wir haben es geheissen, dass es ein Waldanähtnis rum ist. Also eine Waldschule,
Hansjörg: da gegen Stoss raus, mit einem grossen Haus, an einem Lehrpfad.
Hansjörg: Da habe ich geleitet die letzten zehn Jahre.
Hansjörg: Da habe ich viele Führungen gemacht, mit Schule gelassen. Vom Kindbegarten bis
Hansjörg: zur Kerbschule sind es auch und auch Erwachsene, die habe ich ziemlich viele
Hansjörg: Führungen gemacht, sowohl zum Thema Wald, Biodiversität, Boden,
Hansjörg: wo ich gerade gefragt habe.
Regula: Und merkst du den grossen Unterschied von der früheren Jugend oder dort,
Regula: wo du das Abbezähler anrichtet hast und jetzt heute, wenn du die Führungen mit den Leuten machst?
Regula: Merkst du einen Unterschied generationenmässig?
Hansjörg: Ja, schon. Also ich habe das Gefühl, vor allem die Schülerinnen und Schüler,
Hansjörg: die ich im Wald erlebt habe, dass sie sehr viel wissen.
Hansjörg: Zum Teil, man merkt sofort, weil ich das mit den Eltern, mit den Grosseltern
Hansjörg: oder mit Gott, der Göttin, in den Wald gehe ich und etwas erfahre ich, also sehr viel wissen.
Hansjörg: Recht viel, ich denke, sie wissen zum Teil mehr, wie wir damals gewusst haben, in diesem Alter.
Hansjörg: Vor allem, wenn wir im Wald sind, mussten wir arbeiten. Ja. Dann mussten wir
Hansjörg: ein bisschen zusammenlesen.
Hansjörg: Und heute, wenn Eltern mit den Kindern im Wald gehen, dann gehen sie spielen,
Hansjörg: bröten und erklären vielleicht die Sachen, was ist das für ein Baum, wie wächst das?
Hansjörg: Und auch die Fragen, die die heutigen Kinder stellen, das hat mich vielmals
Hansjörg: überrascht. Da habe ich gedacht, also die überlegt sich sehr viel.
Hansjörg: Und auch die Lehrpersonen, wie die Lehrpersonen mit den Schülern umgehen,
Hansjörg: das ist auch völlig anders.
Hansjörg: Spiess ist alles, dass die Lehrer vorne gesehen, wir haben ihnen brav hinzugelassen,
Hansjörg: das ist alles frontal gesehen und heute, die Lehrpersonen, die das heute machen,
Hansjörg: die gehen sich wahnsinnig müh.
Hansjörg: Also sicher viel mehr müh, als die Lehrer, die wir hatten.
Hansjörg: Das auf die Schülerin gehen, das Gruppenarbeiten machen, das für die,
Hansjörg: die ein bisschen weiter sind, spezielle Arbeiten machen, für die,
Hansjörg: die vielleicht noch nicht so weit sind.
Hansjörg: Also das finde ich total gutseitiges Schulsystem.
Hansjörg: Und jetzt auch die Schüler, da merkt man gut, also die sind wirklich motiviert
Hansjörg: und bei den Jugendlichen, so wie ihr seid, wenn ich jetzt alle so anlegen und das so miterleben,
Hansjörg: habe ich das Gefühl, sie sind sehr aufgestellt und sehr fundiert und können
Hansjörg: einem gut hineinnehmen.
Quiana: Das ist doch schön zu hören.
Quiana: Also du hast ja jetzt wirklich sehr viel erlebt.
Quiana: Denkst du, du hast irgendeine besondere Kernkompetenz, die dir all das ermöglicht
Quiana: hat? Weil es würde ja auch nicht jeder so einen Weg gehen können, wahrscheinlich.
Hansjörg: Ja, ich bin einfach vielseitig. Ich kann mit dem Computer arbeiten,
Hansjörg: aber ich kann auch so einen Tisch machen oder eben eine Ausstellung gestalten.
Hansjörg: Ich glaube, ich habe auch ziemlich gut mit Leuten gearbeitet.
Hansjörg: Das habe ich dort, wo ich aufgewachsen bin, gelernt mit all den Leuten,
Hansjörg: die dort mitgearbeitet haben. Und ich kann sehr gut mit Leuten arbeiten,
Hansjörg: vor allem auch mit schwächeren Leuten.
Hansjörg: Also vielleicht mit Arbeitslosen oder eben mit Drogenabhängigen, mit Asylanten.
Hansjörg: Das habe ich auch immer einbezogen. Also Leute, wo es vielleicht nicht so ganz
Hansjörg: einfach ist, mit ihnen zusammenzuarbeiten.
Hansjörg: Ich glaube, das finde ich sehr gut den Rang.
Hansjörg: Ja, das sind so Kompetenzen und einfach das Interesse. Ich finde es ganz wichtig,
Hansjörg: einfach das Interesse anzuarbeiten.
Hansjörg: Und dann kommt man automatisch zu den Informationen.
Hansjörg: Sei es über das Internet, sei es über andere Leute oder Leute,
Hansjörg: die man per Zufall irgendwo betrifft.
Hansjörg: Da ist mir auch aufgefallen, dann musste ich eine Lösung für etwas haben.
Hansjörg: Dann musste ich aufs Willen gesessen oder irgendwo laufen und dann kommt mir
Hansjörg: jemand entgegen. Dann kann man diese Gespräche, dann hat man schon eine Lösung gehabt.
Hansjörg: Wenn man da ein bisschen offen ist, finde ich für etwas oder für Lösungen und
Hansjörg: für die Menschen, dann findet man auch gute Gespräche und gute Gegenüber.
Hansjörg: Und plötzlich macht das Klick. »När, da genau, da fremd die, da fremd sie.«.
Quiana: Ja, wie man sieht, bei dir hat es bestens funktioniert. Also,
Quiana: danke vielmals. Ist ja praktisch ein Rat, oder?
Quiana: Wie man schon ein bisschen offen sein, Interesse, interessiert zu geben,
Quiana: würdest du das so weitergeben?
Hansjörg: Ja, würde ich schon. Das finde ich schon wichtig, ja.
Quiana: Dann danke dir vielmals fürs Gespräch, sofern du nichts mehr hast,
Quiana: was du noch erzählen möchtest.
Hansjörg: Nein, für mich ist gut. Für mich ist gut. Ich freue mich jetzt auf die kommende
Hansjörg: Zeit. Ich mache jetzt einen grossen Karten.
Hansjörg: Dort arbeite ich noch mit. Da kann ich gerade die ersten Sachen sagen. Eier, Käse.
Quiana: Stimmt, die Eiseiliger sind durch, oder?
Hansjörg: Nein, noch nicht ganz, aber die kann man jetzt schon wieder durch.
Hansjörg: Die Eiseiligen sind Anfang Mai, bis zwei, drei Wochen.
Quiana: Dann war ich falsch.
Hansjörg: Und heute mit dem Klimawandel muss man nicht mehr auf die Eiseiligen schauen.
Hansjörg: Es ist eh früher noch warm.
Quiana: Dann ganz viel Spass bei der Gartenarbeit und danke vielmals für das Gespräch.
Hansjörg: Ja gut, danke auch.
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