1413: Claudia Tanner

Shownotes

In dieser Folge sprechen die Viertklässlerinnen Anna und Nathalie aus St. Gallen über den Besuch im Appenzeller Heilbad im Rahmen unseres Lagers im Kaya. Die stellen das Heilbad und die Gesprächspartnerin Claudia vor, die dort in der Reinigung arbeitet.

Claudia erzählt uns von ihrem beruflichen Weg. Sie ist in der Region aufgewachsen, hat zuerst eine Lehre als Schuhverkäuferin gemacht und später in einem Verlag gearbeitet. Seit 23 Jahren arbeitet sie im Heilbad, wo sie über ihre Mutter zu der Stelle gekommen ist.

Die zweisprechen mit Claudia auch über ihre Aufgabe als Reinigungskraft. Sie erklärt ihnen, wie sie mit verschiedenfarbigen Mikrofasertüchern arbeitet und welche Farben für welche Bereiche verwendet werden. Ausserdem beschreibt sie den Unterschied zwischen Reinigung, also sichtbarem Schmutz, und Hygiene, also dem Vorbeugen von Krankheiten und Infektionen.

Claudia berichtet, welche Bereiche sie im Heilbad reinigt, darunter Tische, Böden, Fenster, WCs, Umkleiden, Fitnessraum und Wellnessbereich. Sie erklärt auch, dass neue Mitarbeitende eingelernt werden und dass es gelegentlich Kurse und Schulungen gibt.

Zum Schluss sprechen die drei über die Belastung ihres Jobs und über unangenehme Situationen bei der Arbeit. Claudia sagt, dass der Winter besonders streng ist, weil länger geöffnet ist und mehr zu reinigen ist. Sie nennt als schwierigstes Erlebnis eine starke Verschmutzung im Zusammenhang mit Durchfall. Abschliessend bedanken die Zwei sich Claudia und bei allen, die beim Podcast mitgeholfen haben.

Credits

  • Recherche: Anna, Nathalie, Tiago, Antoni
  • Vorbereitung: Anna, Nathalie, Tiago, Antoni, Lucie, Gabriela, Michael, Michael, Schwoegi
  • Optimierung: Schwoegi mit Auphonic
  • Schnitt: Schwoegi mit Audacity
  • Cover: Eva mit Team Grün und KI
  • Publikation: Schwoegi
  • Foto: Antoni
  • Musik: Michael und Team Grün mit Suno

Transkript anzeigen

Anna: Ekligt es dich manchmal?

Claudia: Ja, gibt's auch ja.

Anna: Was ist das ekligstste, was dir je passiert ist?

Claudia: Willst du das wirklich Wissen?

MUSIK: Morgens früh, wenn alles schlecht ist,

Anna: Hallo zusammen und willkommen beim Podcast der 4. Klasse im Appenzeller Heilbad.

Anna: Während unserem Lager im Kaya haben wir das Appenzeller Heilbad im Unterrichtstein

Anna: besucht. Mein Name ist Anna.

Nathalie: Und mein Name ist Nathalie.

Anna: Wir sind von einer vierten Klasse aus St. Gallen. Wir haben uns mit dem Appenzeller

Anna: Heilbad befasst und stellen einige Personen vom Heilbad vor.

Anna: Willkommen Claudia. Schön, dass du dir die Zeit genommen hast, mit uns zu reden.

Claudia: Schön, darf ich hier sein!

Nathalie: Stell dich doch mal vor, Claudia.

Anna: Wer bist du?

Claudia: Ich heisse Claudia, arbeite im Heilbad als Reinigung, schaue,

Claudia: dass alles schön sauber bleibt.

Nathalie: Wohnst du hier in der Region?

Claudia: Ich wohne in der Stadt, aber aufgewachsen bin ich in Wolfhalden in der Zelg.

Claudia: Ich bin dort auch in die Schule bis zur 5. Klasse und dann sind wir auf Reineck gezeugt.

Claudia: Und dort habe ich dann die Schule fertig gemacht. Ich habe eine Lehre gemacht als Schuhverkäuferin.

Claudia: Nach der Lehre bin ich in die Firma BUFF, das ist ein Kalender-Kartenverlag.

Claudia: Dort habe ich ein bisschen ins Büro gemacht und jetzt bin ich hier seit 23 Jahren.

Claudia: Hierhin kam ich eigentlich durch meine Mutter. Meine Mutter hat hier gearbeitet.

Claudia: Sie musste die Schulter operieren. Und dann hat die Chefin unbedingt jemanden

Claudia: gesucht für sie. Und dann musste ich sagen, gut, meine Tochter ist drei Jahre

Claudia: alt. Am Abend kann ich ganz gut arbeiten.

Claudia: Und dann habe ich das gemacht. Und dann haben sie zufällig dann noch jemanden

Claudia: gebraucht für die Reinigung. Und dann habe ich mich gemeldet und jetzt seitdem

Claudia: bin ich da und mir gefällt es sehr gut da.

Nathalie: Bist du gerne in die Schule gegangen, früher?

Claudia: Jein.

Claudia: Nein, ich bin gerne in die Schule gegangen. Aber wir hatten einen weiten Weg,

Claudia: weil ich in der Zelg gewohnt.

Claudia: Dann mussten wir zuerst eine halbe Stunde bis zum Schulbus laufen.

Claudia: Und da ging es immer im Sommer durch eine Wiese mit Kühen und ich habe sehr Angst vor Kühen.

Claudia: Das ist meins, das ich gar nicht gerne hatte. Also ich bin manchmal sicher ein

Claudia: paar Minuten vor dem Gehege gestanden und gewartet, bis alle Küche weg sind,

Claudia: aber sonst bin ich gerne in der Schule.

Anna: Du hast ja so viele verschiedenfarbige Lappen.

Nathalie: Wieso haben die alle andere Farben?

Claudia: Das sind alles Mikrofaser-Lappen, die wir für die Reinigung brauchen.

Claudia: Der Grün ist zum Beispiel für solche Sachen, die hier passiert ist,

Claudia: die wir jetzt ausgeleert haben zum Putzen.

Claudia: Der Gell ist dasselbe, damit auch alle Oberflächen, die dreckig sind, geputzt werden.

Claudia: Der Rot ist wirklich nur für das WC. Und der Blau ist für die Scheibe und die Spiegel.

Claudia: Der hier unten ist für den Boden, das ist auch Mikrofaser. Wir nehmen die Mikrofaser,

Claudia: weil die Mikrofaser sehr viel und sehr gute Schmutz wegnehmen.

Anna: Was ist der Unterschied von Reinigung und Hygiene?

Claudia: Für uns ist eigentlich Reinigung und Hygiene zusammen. Aber der Unterschied

Claudia: ist, dass Reinigung die Schmutzungen für die Oberfläche sind.

Claudia: Zum Beispiel Flecken, Staub, Spiegel, Tisch, Stühle, Fenster,

Claudia: WC, Liegen, Fitnessraum, Saunalandschaft.

Claudia: Einfach für die Oberfläche ist eigentlich die Reinigung. Alles,

Claudia: was dreckig ist, gehört zur Reinigung.

Claudia: Und das wird dann einfach mit verschiedenen Schmutzmitteln, mit Allzweckreinigern,

Claudia: mit Wasser, Staubsauger, mit dem Mop wird auch alles gereinigt.

Claudia: Einfach das, was sichtbar ist, ist Reinigung.

Claudia: Hygiene ist eigentlich das, was man nicht sieht. Wir bügen vor,

Claudia: zum Beispiel von Krankheiten oder Infektionen. Das sind zum Beispiel an den

Claudia: Handläufen, bei den Stühlen, bei allem, wo man anlangt, dort man Krankheit überträgt.

Claudia: Und dann behandeln wir das mit Desinfektionsmittel, das wischen wir alles ab,

Claudia: dass wir da vorbeugen können, dass das nicht passiert. Das ist dann auch der Unterschied.

Anna: Welche Aufgaben hast du als Reinigungskraft?

Claudia: Meine Aufgaben sind alles, was schmutzig ist, wird geputzt.

Claudia: Das fährt abends Tisch, Stühle, Boden, Fensterscheiben, Spiegel,

Claudia: Türen, Drehkreuz, Liegen, Fitnessraum, Kabinen. Die sind sehr wichtig, auch Bänke und alles.

Claudia: Spind, Kästchen. Dann haben wir den Wellnessbereich. Dort wird auch alles den

Claudia: Boden gesaugt, aufgenommen, desinfiziert.

Claudia: Also wirklich alles, was man anlangt, wo man drauf sitzt, was man sieht,

Claudia: wird eigentlich gereinigt. Es wird auch Kübel geleert, auffüllen,

Claudia: zum Beispiel Handtücher, Seifen, WC-Papier, alles dazu.

Claudia: Und schauen, dass alles auch wieder schön dasteht.

Anna: Was muss man machen, um Reinigungskraft zu werden und gibt es eine Ausbildung dafür?

Claudia: Also wenn bei uns jemand Neues anfängt, wird ein paar Mal eingeführt,

Claudia: muss das mit mit kommen beim Reinigen. Dann erklären wir ihm,

Claudia: wann er machen darf, wann er machen muss, welche Mittel er nehmen darf.

Claudia: Lappensysteme, alles wird ihm erklärt. Und dann kommt er auch ein Blatt über,

Claudia: wann er alles am Abend gemacht hat.

Claudia: Ja, eigentlich so. Ab und zu gibt es auch für uns Kursen und Schulungen,

Claudia: die wir machen dürfen. Ob es eine Schule gibt, weiss ich nicht einmal für diese

Claudia: Richtung. Also ich glaube, es sind mehr so Kurse.

Nathalie: Wie streng ist Ihr Job von Skala 1 bis 10?

Claudia: Im Winter würde ich sagen neun.

Nathalie: Warum denn neun für den Winter?

Claudia: Im Winter haben wir viel länger offen, viel mehr Leute. Es gibt auch viel mehr Dreck.

Claudia: Wir haben fünfeinhalb Stunden, wo wir eigentlich am Abend arbeiten.

Claudia: Und da musst du wirklich Vollgas geben. Da bist du wirklich voll dran.

Claudia: Da bist du schon hoch, runter und du kannst nicht überall gerade fertig machen,

Claudia: weil es überall eigentlich auch mal Leute hat.

Claudia: Und darum hat man eigentlich so lange. Und es ist streng, weil es ist auch noch

Claudia: warm dazu. Es ist sehr warm und das merkt man natürlich auch.

Anna: Eklist du dich manchmal?

Claudia: Ja, gibt es auch, ja.

Anna: Was war das Ekligste, was dir je passiert ist?

Claudia: Ja, klar. Das ist das Wissen. Das war wahrscheinlich für denjenigen sehr peinlich.

Claudia: Er hatte Durchfall. Das war wirklich sehr schlimm.

Claudia: Wir mussten den Schauch holen und dann einfach alles abspritzen und desinfizieren.

Claudia: Das war einfach das Schlimmste.

Anna: Dürfst du auch das Männer-WC?

Claudia: Darf ich auch. Ich muss sie auch putzen. Die wollen ja auch ein superes WC.

Anna: Was machst du, wenn sie das WC putzen müssen, aber noch jemand auf der Schüssel sitzt?

Claudia: Dann warte, bis er fertig ist. Der wird ja nicht so lange sein.

Anna: Leider ist die Zeit schon vorbei. Unser Gast war Claudia.

Anna: Ich danke, dass du dich für das Interview zur Verfügung gestellt hast.

Claudia: Danke euch vielmals. Es war mega schön.

Anna: Wir haben einiges über deinen Job als Reinigungskraft und dich gelernt.

Anna: Wir danken ausserdem am Appenzeller Heilbad, dass uns alle willkommen geheissen hat zum Baden.

Anna: Dann bedanke ich mich noch bei meinen Kolleginnen und Kollegen,

Anna: die Technik und Geräusche gemacht haben, Thiago und Antonin.

Anna: Mein Name ist Anna. Und mein Name ist Nathalie.

Anna: Wenn dir der Podcast gefallen hat, gibt es noch weitere Podcasts von uns zu diesem Thema.

Anna: Wir würden uns freuen, wenn du auch diese dir anhörst. Ciao. Tschüss.

Claudia: Tschüss. Danke vielmals.

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